Arbeitskreis
Mathematikunterricht
und Informatik in der GDM
Aktuell:
PDF-Folien zu den (meisten) Vorträgen (passwortgeschützt)
Herbsttagung vom 25.-27.09.2009 in Soest
(Tagungshaus
am Paradieser Weg)
Zum 27. Mal findet im Herbst die traditionelle Arbeitstagung des AKMUI
(zur Homepage des AKMUI) statt.
Die Tagung dient jenen, die sich mit dem Einsatz des Computers im
Mathematikunterricht
sowie den methodischen, didaktischen, mathematischen und politischen
Konsequenzen daraus befassen,
als Forum, Diskussionsort, und Quelle der Inspiration.
Wie auf der Jahrestagung der GDM in Oldenburg im März 2009
beschlossen steht die Tagung
dieses Jahr unter dem Motto "Zur Zukunft des Analysisunterichts vor dem
Hintergrund der
Verfügbarkeit Neuer Medien (und Werkzeuge)".Die Tagungsleitung
haben die Arbeitskreissprecher
Ulrich Kortenkamp und Anselm Lambert.
Für den Samstagabend haben wir traditionell hinreichend
Plätze im Brauhaus Zwiebel reserviert.
Zu den Teilnehmenden und Vorträgen
(hier unten auf der Seite)
Zur Zukunft des Analysisunterichts
vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit Neuer Medien (und
Werkzeuge)
Leitgedanken und -fragen
Analysis ist in breitem Konsens (fast) aller an
Mathematikunterricht aktiv Interessierten ein
selbstverständliches quasi naturgesetzliches Gebiet der
Mathematik in der Schule.
Das muss nicht so sein. 1882 wurde den Realgymnasien und 1892 den
Oberrealschulen
in Preußen die Erlaubnis zu Differential- und
Integralrechnung im Mathematikunterricht
ausdrücklich entzogen. Heute überwiegen die guten
Gründe für Analysis. Aber welche sind das?
– traditionell und/oder
aktuell bzw. in (naher) Zukunft?
Auf den Tagungen des Arbeitskreises wurden immer wieder
konkrete Vorschläge für
engagierten Analysisunterricht von engagierten Lehrpersonen gemacht.
Die Ambitioniertheit dieser Vorschläge korrelierte mit den
wachsenden Möglichkeiten –
schneller, höher, weiter, bunter – der
singulär oder idealerweise auch in der Breite
(theoretisch) verfügbaren Neuen Medien (und Werkzeuge). Es
liegt aber leider auf der Hand,
dass dies kein repräsentatives Bild des tatsächlichen
Analysisunterrichts im Land zeichnet,
und eine Theoriebildung steht noch aus.
Analysisunterricht orientierte sich immer auch an
zeitgeistigen Strömungen des
Mathematikunterrichts allgemein, etwa den graphischen Darstellungen,
den Visualisierungen
zur Zeit der Reformpädagogik, die wir heute vermehrt wieder
finden, oder später dem ver- wenn
nicht gar überschärften Aufmarsch aller Epsilons zur
Zeit des Bourbakismus, den
wiederum einige heute vermissen. Welchen Analysisunterricht verdienen
unsere jetzige und
zukünftige Zeit und unsere jetzigen und zukünftigen
Schülerinnen und Schüler?
Neue Medien (und Werkzeuge) haben unstrittig die
Darstellungsmöglichkeiten und das
Methodenrepertoire vergrößert. Aber welche
inhaltlichen Konsequenzen fordern sie? Keine?
Können wir unsere Analysis heute endlich so unterrichten wie
wir eigentlichen schon immer
wollten? – "Neue Wege zu alten Zielen"? Oder müssen
wir dem Computer Rechnung tragen und
diskreten Modellen (zu Lasten kontinuierlicher) breiteren Raum geben?
Oder geht das alles
noch nicht weit genug? Hat nicht das 20. Jahrhundert in einem
jahrzehntelangen Feldversuch
in zahllosen Variationen gezeigt, dass Analysis für
"statistisch normale" Menschen
prinzipiell zu schwer ist, was Adam Riese ja auch der Algebra
nachsagte.
Aktuelle Eingangstests an Studienanfängern in Mathematik oder
in Fächern, die Mathematik
benötigen, stützen dies unverändert
– ebenso wie die späteren Durchfallquoten.
Oder gibt es empirische Befunde zu einer Besserung der Lage durch die
Verfügbarkeit
(und den tatsächlichen Einsatz!) Neuer Medien (und Werkzeuge)?
- Stefanie
Anzenhofer
Musik
mit Funktionsgraphen – Wissen kreativ nutzen
Im Mathematikunterricht nimmt das Arbeiten mit
Funktionsgraphen eine zentrale Rolle ein. Auch im Musikunterricht
bilden graphische Darstellungen als Überlieferungsform von
Musik die Basis vieler Tätigkeiten. Dennoch ist bekannt, dass
Schülerinnen und Schüler in beiden Bereichen
gleichermaßen Schwierigkeiten beim Interpretieren,
Analysieren und Erstellen dieser Darstellungen aufweisen.
In einer empirischen Untersuchung wurde getestet, inwiefern das Wissen
als auch das Nutzen dieses Wissens im Zusammenhang mit Funktionsgraphen
und funktionsgraphähnlichen Notationsweisen (Musik) erweitert
werden kann. Dabei sollten in einem
fächerübergreifenden Unterricht Graphen
hörend erkannt, funktionsgraphähnliche
Notationsweisen musizierend sowie Graphen kompositorisch umgesetzt
werden.
Es soll gezeigt werden, dass Schülerinnen und Schüler
durch diese auditive Darbietung von Funktionsgraphen zum einen ihre
Wahrnehmung verstärkt auf Eigenschaften und
Änderungsverhalten der verschiedenen Funktionstypen lenken
sowie die verschiedenen Funktionstypen vergleichend in Beziehung
setzen; zum anderen soll das Wissen über verschiedene
Funktionstypen genutzt werden, um funktionsgraphähnliche
Notationsformen musikalisch umzusetzen. Erweitert wird dies durch die
Notwendigkeit des Begründens und präzisen
Formulierens aufgrund der auditiven Wahrnehmung, welche eine
ausschließlich subjektive und zudem nicht eindeutige
Identifizierung erlaubt. Indem der Klang von Graphen als Mittel beim
Komponieren verwendet wird, eröffnet sich auch im
Mathematikunterricht der Bereich des expressiv kreativen Arbeitens.
- Peter Bender
- Christine
Bescherer
Analysis
für Affen?
Im Dezember 2007 stand im Spiegel „Affen
rechnen fast so gut wie Studenten“. Wenn man den Affen dann
noch ein Computerwerkzeug zur Verfügung stellt,
können diese Affen – mit genügend Bananen
– sicherlich lernen eine Kurvendiskussion
durchzuführen. Wird es da nicht langsam Zeit, sich auch
über eine ‚Analysis für Affen’
Gedanken zu machen? Und bekommen wir also bald Affen mit
Mathematikabitur?
Vielleicht wäre es sinnvoller, sich über die Art des
Abprüfens mathematischen Wissens im Rahmen der Erlangung einer
Hochschulzugangsberechtigung Gedanken zu machen.
Im Vortrag werden Aspekte einer „guten“
Leistungsmessung diskutiert und ein – noch? –
utopisches Konzept vorgestellt.
- Hans-Joachim Brenner
Computer
im Analysisunterricht der Sek II in Thüringen
Im Vortrag werde ich eine kurze Analyse der Situation
vorstellen (auf das Abitur gehe ich nicht ein) und Perspektiven
für die kurzfristige (machbare) und langfristige (denkbare)
Entwicklung aufzeigen. Dabei möchte ich insbesondere auf ein
dialektisches Verhältnis aufmerksam machen: einerseits die
Schaffung von Entwicklungsmöglichkeiten für die
Professionalität der Mathematiklehrerinnen und
Mathematiklehrer, andererseits theoriegeleitete Interventionen.
- Bernhard
Burgeth
Höhere
Mathematik vernetzend lehren - ein saarländischer
Exportschlager? (Poster)
Zum Wintersemester 2009/10 wird an der Universität des
Saarlandes das Lehramtsstudium Mathematik für die
Lehrämter an Hauptschulen und Gesamtschulen bzw. Realschulen
und Gesamtschulen grundlegend reformiert.
Zukünftig werden schulformspezifische Module angeboten, in
denen Inhalte der Höheren Mathematik vernetzend gelehrt
werden. Insbesondere ist hier nun auch die Trennung in Reine Mathematik
und Angewandte Mathematik konsequent aufgehoben: u.a. werden in der
Differential- und Integralrechnung diskrete und kontinuierliche
Ansätze parallel diskutiert. Auf dem Poster werden Inhalte und
Struktur der neuen Veranstaltungen skizziert.
- Florian Döhler
- Jürgen
Elschenbroich
- Joachim Engel
Von Daten
zur
Funktion: Skizzen eines technologiegestützten und
anwendungsorientierten
Analysisunterricht
Der Vortrag umreist Perspektiven eines
technologiegestützten Analysisunterricht, von der
Propädeutik
einer elementaren Funktionenlehre in der Sekundarstufe 1 bis hin zur
Hochschulausbildung in angewandter Analysis. Didaktische Intentionen
sind die Entwicklung von Kompetenzen, funktionale
Zusammenhänge
aus der uns umgebenden Erfahrungswelt mit mathematischen Methoden zu
modellieren. Kennzeichen des vorgestellten Ansatzes sind
• Reale Daten als Grundlage
für
authentische und glaubwürdige Modellierungen (an Schule wie
Hochschule), bisher jedoch in kaum einem Lehrbuch realisiert.
• Einsatz von Technologie (TBK,
CAS, FATHOM, R)
als Werkzeug zum Problemlösen und zur Illustrierung von
Konzepten
und Zusammenhängen.
• Vernetzung von mathematischen
Inhalten:
elementare Funktionenlehre, Analysis, Stochastik, Lineare Algebra;
Numerik.
Der Vortrag gibt hierzu eine Einführung. Für
konzeptionelle
Vertiefungen mit zahlreichen Beispielen wird auf das im September 2009
erscheinende Lehrbuch (Engel, 2009) verwiesen.
Engel, J. (2009) Anwendungsorientierte Mathematik: Von Daten zur
Funktion. Eine Einführung in die mathematische Modellbildung
für Lehramtsstudierende. Heidelberg: Springer
- Martin Epkenhans
- Andreas Fest
Werkzeuge
für das individuelle Lernen in Mathematik
Mathematik spielt in vielen Studiengängen -
auch jenseits der Diplom- und Lehramtsstudiengänge in diesem
Fach - eine wesentliche Rolle. Im Gegensatz zur aktuellen Lehre, bei
der häufig die Vermittlung von Arbeitstechniken im Vordergrund
steht, betonen neuere didaktische Ansätze vor allem auch die
Entwicklung mathematischer Kompetenzen wie Problemlösen,
Argumentieren, Kommunizieren usw. Entsprechend sollten auch
verstärkt die Lernprozesse der Studierenden bewertet werden
und nicht allein deren Produkte.
In dem Projekt SAiL-M werden aktivierende Umgebungen zum
Mathematiklernen in der Hochschule in Form von didaktischen Design
Patterns formuliert. Diese Lernumgebungen werden in der Praxis
eingesetzt und unter Berücksichtigung hinsichtlich ihrer
Effekte auf bestimmte Personeneigenschaften wie mathematische
Selbstwirksamkeit und Lernmotivation evaluiert.
Zu diesen Lernumgebungen werden prototypische Werkzeuge für
die Dokumentation und Analyse von Lernprozessen entwickelt. Diese
orientieren sich inhaltlich an den
Einführungslehrveranstaltungen im Mathematikstudium. Sie
sollen den Lernenden während des Lernprozesses individuelle
und (semi-)automatische Rückmeldungen und Hilfen geben. Alle
Tools werden ebenfalls auf der Basis didaktischer Design Patterns (z.B.
HINT ON DEMAND und FEEDBACK ON DEMAND) entwickelt. Zwei solcher
Software-Tools werden in diesem Vortrag exemplarisch vorgestellt: ein
Programm zum Führen einfacher Beweise sowie ein Lernlabor zum
Thema Kongruenzabbildungen und Achsenspiegelungen.
- Andreas Filler
- Maria Catalina Filler
- Pascal Rolf Fischer
gemeinsamer
Vortrag mit Reinhard
Hochmuth
- Wolfgang Friebe
- Lutz Führer (Hauptvortrag)
Verstehen
oder berechnen?
Wie passt der
Computer zum Analysisunterricht des 20. Jahrhunderts?
In einem
Rückblick wird versucht, die Entwicklung des
Analysisunterrichts im 20. Jahrhundert durch einige konkurrierende
Leitideen mit wechselndem Gewicht zu charakterisieren und diese als
Wirkungen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zu deuten. Auf diesem
Vorurteilsgebäude soll dann nach wünschenswerten
Gewichts- und Perspektivverlagerungen durch flächendeckenden
PC- und
Interneteinsatz gefragt werden.
- Gilbert
Greefrath
Mit dem
Computer qualitativ arbeiten?
In den modernen Analysisunterricht werden zunehmend qualitative und
diskrete Aspekte eingebracht. Die Ungenauigkeit von Computern bewegt
sich aber in einer im Rahmen der Schulmathematik in der Regel nicht
wahrnehmbaren Größenordnung. Auch der
diskrete Zugang zur Analysis wird durch die kontinuierliche Darstellung
von Funktionsgraphen von Computern nicht direkt
unterstützt. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie
Computer dennoch unterstützend für eine qualitative
und diskrete Sicht im Analysisunterricht in der Schule eingesetzt
werden können.
- Claudia Hagan
- Reinhard Hochmuth
eLearning
in Schule und
Hochschule: Beschreibung eines eLearning-Experiments zur Entwicklung
des Grenzwertbegriffs bei Folgen im Rahmen der Kasseler eVorkurse
Mathematische Vorkurse sehen sich als Brücke zwischen Schule
und
Universität mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, denen
in
Kassel durch ein neuentwickeltes eVorkurskonzept seit Jahren
erfolgreich begegnet wird. Im ersten Teil des Vortrags sollen
zunächst die zentralen Bestandteil des Kurskonzeptes, das
Präsenz- und Selbstlernphasen durch den Einsatz einer
Lernplattform innovativ kombiniert, vorgestellt werden. Basierend auf
Ergebnissen einer angelagerten Studie zur Evaluation der Kurse sowie
zur Analyse der Teilnehmer und ihrer Leistungen soll gezeigt werden,
unter welchen Bedingungen und in welchen Kontexten das neuartige
Kurskonzept sinnvoll in der Hochschule eingesetzt werden kann.
Ausgehend hiervon sollen Einsatzmöglichkeiten von Teilen
dieses
Konzeptes im Schulunterricht diskutiert werden.
Im zweiten Teil des Vortrags wird ein im Rahmen der Vorkurse in 2009
durchgeführtes eLearning-Experiment vorgestellt. Im Zentrum
des
Experiments steht eine interaktive Selbstlernumgebung, die zur
Entwicklung grundlegender Vorstellungen im Kontext des
Grenzwertbegriffs von Folgen beitragen soll. Stoffdidaktische und
kognitivistische Grundlagen dieses Experiments werden
präsentiert.
Auf Basis der sog. „instrumentation theory“ werden
Erfahrungen, die Studienanfänger im Rahmen dieser Lernumgebung
machen, untersucht und interpretiert. Erste Ergebnisse dieser Studie
sollen insbesondere aufzeigen, ob und wie das Selbstlernelement in
Schule und Hochschule eingesetzt werden kann.
- Andrea Hoffkamp
Funktionales Denken
mit dem Computer unterstützen - Empirische Untersuchungen im
Rahmen des propädeutischen Unterrichts der Analysis
"Funktionales Denken beginnt bei intuitiven Vorstellungen über
funktionale Zusammenhänge wie 'Wenn man die eine
Grösse
ändert, dann ändert sich die andere' oder 'Je
mehr..., desto
mehr', und es ist voll entwickelt bei Denkweisen der Analysis"
(Vollrath '89). Die Realität ist aber ein
kalkülorientierter
Analysisunterricht mit wenig inhaltlichen Vorstellungen. Deswegen
plädieren viele Didaktiker für einen qualitativen
Zugang zur
Differenzial- und Integralrechnung - eine Forderung die schon seit 100
Jahren besteht (Krüger 2000). Krüger weist auch
darauf hin,
dass eine interaktiv-experimentelle Computernutzung durch die
Möglichkeit der visuellen Dynamisierung mathematischer Objekte
gerade die dynamische Komponente funktionalen Denkens akzentuieren
kann. Basierend auf Gestaltungsprinzipien, die auf die dynamische
Komponente und die Objektsicht funktionaler Abhängigkeiten
zielen,
wurden drei interaktive Lernumgebungen entwickelt und in Klasse 10 im
Hinblick auf einen qualitativen Einstieg in die Schulanalysis im Rahmen
einer qualitativen Studie eingesetzt. Die Lernumgebungen, die zugrunde
liegenden Ideen, sowie erste Ergebnisse der Studie werden im Vortrag
präsentiert.
- Roland Jordan
- Stefan-Harald Kaufmann
Funktionen
mit dem Computer neu entdecken.
Der Computer macht als effektives Werkzeug im
Analysisunterricht einige Problematisierungen
überflüssig. Dazu zählt beispielsweise die
klassische Kurvendiskussion, deren Bearbeitung mit Hilfe eines
Computeralgebrasystem keine sinnvolle Aufgabe darstellt.
Im Vortrag soll am Beispiel einer Modellierung von
Pegelständen gezeigt werden, wie durch den Einsatz des
Computers auch neue Themengebiete und Fragestellungen im
Analysisunterricht entstehen können. So können
beispielsweise neue Funktionenklassen erschlossen werden und tiefere
Einblicke in mathematische Begriffsbildungen wie Stetigkeit und
Differenzierbarkeit gewonnen werden.
- Katharina Klembalski
- Heiko Knospe (Hauptvortrag)
Mathematik an der
Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule - Probleme und Perspektiven
Mathematik ist ein Pflichtfach u.a. für
Studierende der Informatik, der
Naturwissenschaften und der Ingenieurwissenschaften. Seit Jahren stellen
Hochschullehrer aber erhebliche Schwierigkeiten beim Übergang
von der
Schule zur Hochschule fest.
Im Vortrag werden die folgenden Fragen erörtert:
- Mathematik-Schwächen von Studienanfängern:
Schwarzmalerei oder ein
nachweisbares Phänomen ?
- Welche Mathematik-Kenntnisse und Fertigkeiten benötigen
Schulabgänger
und speziell Studienanfänger in den MINT-Fächern ?
- Welche Rolle spielt die Mathematik-Software und sind die Anforderungen
der Hochschulen an Rechenfertigkeiten noch zeitgemäß
?
- Welche Änderungen der inhaltlichen Schwerpunkte der
Mathematik an
Hochschulen (z.B. bezüglich Analysis) lassen sich erkennen ?
- Kann E-Learning und Blended Learning sinnvoll für die
Vermittlung von
Mathematik-Grundlagen eingesetzt werden ?
- Ulrich Kortenkamp (Hauptvortrag)
Mathe 2030 - Zukunft
denken
- Katja
Krüger
- Oliver Labs
- Anselm Lambert
Finde x
(Poster)
Auf dem Poster werden Ergebnisse und Konsequenzen des
Symposiums „Mathematik lehren und
lernen an der Hochschule -
Von der Schule zum Beruf“ dargestellt, das im November 2008
an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
(HTW)
und der Universität des Saarlandes (UdS) stattfand. Dort haben
Expertinnen und Experten
aus Schule, Hochschule und Beruf an zwei Tagen versucht in
strukturierten und moderierten
Arbeitsgruppen zukunftsweisende und tragfähige
Vorschläge zur Weiterentwicklung von Lehre
in Mathematik an Hochschulen zu erarbeiten (für
Studiengänge in denen Mathematik die Rolle
einer wichtigen, unersetzlichen Hilfswissenschaft spielt, insbesondere
Ingenieur- und
Wirtschaftswissenschaften) und auch versucht die nötige
schulische Vorarbeit zu definieren.
- Gunnar Leuner
- Andreas Meier
- Jörg Meyer
- Rolf Monnerjahn
Bildkomposition
und Zentralperspektive in Dürers MELENCOLIA I
Die Bildaufteilung in Dürers berühmtem
Kupferstich lässt sich eindeutig auf geometrische
Konstruktionen, insbesondere den Goldenen Schnitt und das Goldene
Rechteck zurückführen. Letzteres hat er mehrfach zur
Einteilung des Bildes benutzt: Kanten von Stufen, Horizontlinie,
Positionen bildwichtiger Elemente. Damit wird die These
gestützt, dass Dürer in diesem Werk die Bedeutung der
Mathematik für die schöpferische Arbeit des
Künstlers demonstrieren wollte.
Eine These, wonach das rätselhafte Polyeder eine Umkugel
besitzen soll, lässt sich falsifizieren durch eine
Rekonstruktionsmethode für die Winkel in den
Polyederflächen. Gleichzeitig ergibt sich daraus eine Aussage
über die Unexaktheit der zentralperspektivischen Konstruktion
durch Dürer.
- Fritz Nestle
Kühe,
Kinder und Kultusminister(innen)
Der Beitrag geht von der These aus, dass sich neben der
inhaltlich-fachdidaktischen Analyse auch die Lernorganisation auf den
Erfolg des Mathematiklernens auswirken kann. Bei
Berücksichtigung
dieser These könnte es sein, dass im Sinn von Bruner eine
geeignete Auswahl von Inhalten aus dem Umfeld der Analysis auch
für den 'statistisch normalen' Menschen erfolgreich erarbeitet
werden kann.
Zunächst sollen Gemeinsamkeiten zwischen den drei
Begriffswelten
'Kühe', 'Kinder' und 'Kultusverwaltungen herausgearbeitet
werden.
Daraus könnten sich Gesichtspunkte ergeben, welches
Verständnis von Analysis einen sicheren Einstieg in das Thema
ermöglicht.
- Rolf Neveling
- Reinhard Oldenburg
Die
Analysis in den Zeiten der Computerei
Stephen Wolfram hat in seinem monumentalen Werk "A new
kind of Science" die radikale Position bezogen, die
Analysis sei ein Mittel der Vergangenheit, das nur nötig war,
als es noch keine Computer gab. Der aktuelle Mathematikunterricht
markiert genau die Gegenposition: Die traditionelle Analysis
wird unterrichtet und Computer spielen, wenn überhaupt, nur
bei der Veranschaulichung von Funktionsgraphen oder bei der Erledigung
einiger algebraischer Umformungen eine Rolle. Im Vortrag soll ein
dritter Weg skizziert werden, der einerseits Computer als Werkzeuge
ernst nimmt, anderseits aber den klassischen Grenzwertbegriff als
große Kulturleistung am Leben erhält.
- Andreas
Pallack
Differenzialrechnung
mit neuen Medien verstehensorientiert unterrichten
"Anwendungsorientierung" ist ein populäres Schlagwort in der
Diskussion um den Analysisunterricht. Es stammt nicht zuletzt aus dem
Wunsch, ein betont semantisches Gegengewicht zum syntaktisch
geprägten Abarbeiten von Kalkülen zu schaffen.
Realitätsnahe Probleme bedürfen jedoch in der Regel
keiner exakten Analysis: Näherungsweise Lösungen
reichen meist aus. Im Vortrag wird ein didaktisches Modell zur Planung
verstehensorientierten Mathematikunterrichts vorgestellt, das versucht,
die Pole der Spannungsfelder "näherungsweise"-"exakt" und
"semantisch"-"syntaktisch" zur Planung und Beschreibung von
Begriffsbildungsprozessen unter besonderer Berücksichtigung
Neuer Medien zu nutzen.
- Bodo v. Pape
„Geht
nicht.“ gibt’s nicht. - Wenn die Schulanalysis in
die Bredouille kommt.
Im Rahmen der Schulanalysis liegen einige Fragestellungen nahe, deren
Formulierung man aus dem Wege geht. Dazu zählen etwa:
Hochrechnung
einer logistischen Entwicklung, Kurvendiskussion zu frei
wählbaren
Funktionen, Rekonstruktion einer Kurve aus ihrem
Krümmungsverhalten. Bei einem weiteren Kreis von
Fragestellungen
liegt es nahe, sie im Rahmen einer Verallgemeinerung einzubeziehen.
Dazu zählen insbesondere Extremwertprobleme, bei denen 2
Variablen
verbleiben. Löst man sich von dem unbedingten Bestreben, eine
termartige Lösung zu finden, so kommt man in all diesen
Fällen leicht zum Ziel mit numerischen
Lösungsstrategien.
Diese kann man selbstständig auffinden und artikulieren - als
„Wanderregeln“ -, schließlich kann man
sie umsetzen
in einfache Excel-VBA-Funktionen. Die Anreicherung des mathematischen
Instrumentariums um die zugehörigen numerischen Verfahren
führt zu einer Entlastung der Analysis von
überkommenem
algebraischem Ballast. Zugleich erfährt die Schulanalysis eine
inhaltliche Bereicherung.
- Guido
Pinkernell
"Modellierungsfunktionen
entwickeln und validieren
- anspruchsvolle und praxisnahe Aufgabenstellungen mit Technologie"
Dass ein vollständiger Modellierungsprozess
von der
Mathematisierung bis zur Validierung ziemlich komplex ist zeigen die
mittlerweile gängigen Modellierungkreisläufe
hinreichend
deutlich. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein solches Modellieren
in einem durch viele zeitliche und inhaltliche Zwänge
bestimmten
Mathematikunterricht praktizierbar ist. Konzentriert man sich aber auf
lokale Aspekte des Modellierens wie z.B. das Validieren, dann sind mit
Technologieeinsatz anspruchsvolle Modellierungsaktivitäten
machbar, und zwar innerhalb üblicher Lehrplaninhalte. In
diesem
Vortrag soll anhand von erprobten Aufgabenideen gezeigt werden, wie der
Einsatz von Technologie ein praxisnahes und anspruchsvolles Modellieren
im Unterricht ermöglichen kann.
- Michael Riess
gemeinsamer Vortrag mit Stefan-Harald Kaufmann
- Jürgen
Roth
- Pia Scherer
- Alexandra
Scherrmann
- Jost Schiefer
- Roland
Schröder
Pixel
zählen zwecks Flächenberechnung
(oder: Flächenberechnung einmal anders)
Die Bestimmung des Flächeninhalts krummlinig
begrenzter
Flächen für den Fall, dass die Begrenzungslinien etwa
Funktionsgraphen sind, lässt viele Lösungsideen zu.
Die
Lösungsidee, einbeschriebene und umbeschriebene Treppenfiguren
zwecks Annäherung an das
Flächenmaß zu nutzen,
ist dabei keineswegs die naheliegendste. Fast immer gibt der Lehrer
hierzu die Initialzündung. Später erst wird klar,
dass dieser
Lösungsansatz in ein rechnerisch einfaches Verfahren
einmündet.
Flächenberechnung, so wie sie heute in den
Lehrbüchern
vorgeschlagen und wohl meistens in der Schulwirklichkeit
eingeführt wird, lässt keinen Raum für
selbsttätige
Entdeckung durch den Schüler. Hier bietet der Computereinsatz
dem
Schüler die Chance, andere Ideen zu verwirklichen (zum
Beispiel
das Aufteilen der Fläche in Pixel) und in ihrer Anwendbarkeit
einzuschätzen.
- Hannes Stoppel
CAS
ist nicht gleich CAS
Wo liegen Unterschiede zwischen
verschiedenen CAS, und was bedeutet dies für den
Mathematikunterricht?
Wie muss die Aufgabenstellung auch in Bezug auf das Zentralabitur
aussehen, um gleiche Chancen für die Lösung der
Aufgaben zu schaffen?
Dies wird in Bezug auf Beispiele verschiedener Bereiche der
Analysis
erklärt.
- Silke Thies
- Markus Vogel
Der Computer macht’s möglich -
Funktionen als Werkzeug zum Modellieren von Daten
Phänomene aus Natur und Technik lassen sich
über
Daten abbilden. Kern der Datenanalyse ist, im Rauschen der Daten
Gesetzmäßigkeiten ausfindig zu machen. Solche
Gesetzmäßigkeiten lassen sich oftmals durch
elementare
Funktionen modellieren. Mit dem Einsatz von Software wie EXCEL und
FATHOM werden diese Modellierungsaktivitäten sehr gut
unterstützt. Die dynamische Verknüpfung von
Streudiagramm,
Funktionsgraph und Residuenplot hilft dabei, Funktionsparameter
bestmöglich zu spezifizieren. Der Datenkontext erlaubt, die
verwendeten Parameter inhaltlich zu deuten. Dies kann dazu beitragen,
dass der Funktionsbegriff weiter erschlossen und vertieft wird. Im
Vortrag werden theoretische und didaktische Überlegungen
vorgestellt und anhand von unterrichtspraktischen Beispielen auf
verschiedenen Altersstufenniveaus konkretisiert.
- Hans-Georg
Weigand
Wozu
brauche ich ein Computeralgebra System (CAS), wenn ich zwei
Straßen verbinden soll? – Überlegungen zum
(sinnvollen) Einsatz eines CAS im Analysisunterricht
Der bayerische Modellversuch „Medienintegration im
Mathematikunterricht - M³“ untersucht den Einsatz
von Taschencomputern in den Jahrgangsstufen 10 – 13. In den
Schuljahren 2007/08 und 2008/09 wurde der Versuch in der 11.
Jahrgangsstufe mit jeweils 10 Gymnasien durchgeführt. Als
elektronisches Werkzeug wurde der TI-Nspire verwendet. Es wird
zunächst ein kurzer Überblick über die
Ergebnisse dieses Versuchs gegeben. Dann wird eine Unterrichtsreihe
dargestellt, in der das – bekann-te – Beispiel des
Verbindens zweier Straßenendstücke durch eine
„gefällige“ Kurvenführung
behandelt wurde. Videoaufnahmen von diesen Stunden und Beobach-tungen
von Schülerarbeiten mit Hilfe des TI-Navigators geben einen
guten Einblick in das weitgehend selbstständige Arbeiten der
Schüler und die vielfältigen
Lö-sungsmöglichkeiten dieses Problems. Die
Arbeitsweisen der Schüler sind eine gute Grundlage
für eine Diskussion über den Sinn des Einsatzes von
Computeralgebra Systemen im Analysisunterricht.
- Marc Wermann
- Gerda Werth
- Jan
Wörler
- Klaus P. Wolff
- Antonia Zeimetz
Als die
Differential- und Integralrechnung verboten wurde
Nicht seit jeher besteht ein breiter Konsens
darüber,
dass die Differential- und Integralrechnung in der Schule gelernt wird.
Zwar erprobten Vorreiter die Analysis im Unterricht, allerdings war
dieses Stoffgebiet im ausgehenden 19. Jahrhundert so umstritten, dass
die Erlaubnis für die Differential- und Integralrechnung den
Realgymnasien und Oberrealschulen Preußens
ausdrücklich
entzogen wurde. Welche Begründungen für oder wider
einen
kanonisierten Analysisunterricht angeführt wurden und welchen
Restriktionen die Differential- und Integralrechnung
unterlag,
werde ich im Kurzvortrag darlegen.
- Marc O.
Zimmermann
gemeinsamer
Vortrag mit Andreas Fest
- Siegfried
Zseby