Arbeitskreis Mathematikunterricht und Informatik in der GDM

Herbsttagung vom 28.-30.09.2012 in Soest (Tagungshaus am Paradieser Weg)

Zum 30. Mal findet im Herbst die traditionelle Arbeitstagung des AK MU&I in der GDM statt, das dritte Mal nun in Kooperation mit der Fachgruppe Computeralgebra der GI, DMV, GAMM.

Das Tagungsprogramm beginnt freitags um 14 Uhr. Mittagessen gibt es davor von 12-13:30 Uhr für dafür angemeldete Teilnehmende. Das Tagungsprogramm endet sonntags um 12 Uhr. Danach gibt es Mittagessen für dafür angemeldete Teilnehmende.

Die Tagung dient Denjenigen (auch nicht GDM-Mitgliedern), die sich mit der Rolle der Informatik für dem Mathematikunterricht und speziell dem Einsatz des Computers im Mathematikunterricht sowie den methodischen, didaktischen, mathematischen und politischen Konsequenzen daraus befassen, als Forum, Diskussionsort und Quelle der Inspiration. Wie auf der Jahrestagung der GDM in Weingarten im Frühjahr 2012 beschlossen steht die Tagung, die wieder in Soest stattfindet, dieses Jahr unter dem Motto


Quo vadis?


Leitgedanken und -fragen: "Ging es zunächst bei Gründung des Arbeitskreises 1978 in Münster und in den Folgejahren "nur" darum, Auswirkungen der Informatik auf den Mathematikuntericht zu untersuchen, so stehen wir mittlerweise (unerwartet?) vor einer sehr merkwürdigen Situation: Die Verfügbarkeit von Computern und "informatischen Methoden" im (oder für den) Mathematikunterricht - seit lange vehement in diesem Arbeitskreis diskutiert - führt dazu grundsätzliche  Aufgaben des Mathematikunterrichts zu hinterfragen und damit aus dem doch ursprünglich sehr äußeren Anlaß heraus die "Sinnfrage" zu stellen:  [...]" (Horst Hischer im Vorwort des 1993er Tagungsbandes)

Damals lautete diese Sinnfrage "Neue Ziele - oder neue Wege zu alten Zielen?" nachdem im Vorjahr bereits "Ziele und Inhalte und eines zukünftigen Mathematikunterrichts" im Fokus standen unter der Metafrage "Wohin führt uns der Computer?" mit den Unterfragen "Neue Aufgabentypen - wie könnten Sie aussehen?", "Begriffsbildung - welche Änderungen sind zu erwarten?" und "Neue Bildungsziele - was ist anzustreben?" - bis heute (und morgen noch?) aktuell.

Fragen wurden weiter (und auch davor schon) zahlreich gestellt und weiter entwickelt und Antworten gesucht und (teilweise) gegeben und allmählich wurde kontrapunktisch auch beobachtet, dass die wenigsten von diesen Fragen mit (teilweisen) Antworten in der euphorisch erwarteten Schnelle ihren Weg auch in die Breite der Schule fanden.

Das Feld der Fragen mit (teilweisen) Antworten dagegen wuchs mit den wachsenden Möglichkeiten von Hard- und Software und der Begeisterung der Tagungsteilnehmenden für jene behende in seine eigene Breite: Grafiken wurden bunter und beweglicher und schneller, das Internet vielseitiger und (un-?)übersichtlicher, die Rechner kleiner und feiner und stabiler und heute kann man damit sogar telefonieren und ... In die wirkliche Schule und ihre Lehr-Lern-Szenarien drangen und dringen selbst zentrale Fragen - dazu, solche zu identifizieren, konnte (und kann) der Arbeitskreis einen wichtigen Beitrag leisten - und ihre (teilweisen) Antworten bis heute (und morgen noch?) dezentral und mehr oder weniger diffus ein.

Dies bedurfte (und bedarf) der begleitenden Reflexion und unter diesem Eindruck widmete der Arbeitskreis MU&I seine Herbsttagung u.a. Lehr- und Lernprogrammen und dem WWW, der Modellbildung und Simulation, Computerwerkzeugen in Prüfungen, Bildungsstandards, der Vernetzung durch Medien - 2005 auch einmal mit dem Thema "Informatische Ideen im MU" seinen Wurzeln - und besann sich in den letzten Jahren wieder darauf, statt teils schnellebigen aktuellen Entwicklungen neben- oder gar hinterherzulaufen, eigene längerfristig tragbare und damit der Entwicklungsgeschwindigkeit der Schule angemessene Entwürfe zukünftigen Mathematikunterrichts zu unterbreiten, konkret zur Zukunft des Analysisunterichts vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit Neuer Medien (und Werkzeuge), zum Geometrieunterricht 2030 und zur richtigen Nutzung verfügbarer digitaler Werkzeuge.

Dieses Jahr wollen wir gemeinsam erinnernd und entwerfend in Rück- und Vorschau Visionen diskutieren - für den Arbeitskreis und für dessen real existierenden Ertrag in der Schule. Also: Quo vadis?

Anselm Lambert und Ulrich Kortenkamp

Die (Vor-)Anmeldung zur Tagung erfolgt (ggf. mit Vortragstitel und - abstract; bevorzugt zum Tagungsthema, aber traditionell auch off topic möglich) bei per Email an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Die Tagungsgebühr beträgt 150 €; darin sind u.a. die Mahlzeiten von Freitag Mittag bis Sonntag Mittag und zwei Übernachtungen enthalten. Die Anmeldung wird verbindlich durch Überweisung der Tagungsgebühr bis Anfang September auf das Konto des AK (Kontoinhaber: Ulrich Kortenkamp; Kontonr. 1003742861; Deutsche Kreditbank AG, BLZ 12030000). Für den Samstagabend haben wir traditionell hinreichend Plätze im Brauhaus Zwiebel und Aloisius reserviert. Die Tagungsleitung haben Ulrich Kortenkamp und Anselm Lambert.

Seite mit den Tagungsbänden und der LaTex-Vorlage




Tagungsprogramm

Freitag (24/25)

Samstag (Aula)

Sonntag


7:30-8:45 Frühstück

7:30-8:30 Frühstück


8:45-10:00 Hauptvortrag
Oldenburg
Informatik – Auch das noch?! Ein Reiseführer in die Zukunft des AK MU&I

8:30-9:15 parallele Vorträge

Haftendorn (Aula)
Polar doppelt sehen

van Randenborgh (24/25)
Verständnisentwicklung im Mathematikunterricht


10:00-10:25 Kaffee

9:20-10:05 parallele Vorträge

Weitendorf (Aula)
Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes eines Handhelds in Bezug auf die Frage: Was ist größer xy oder yx?

Stoppel (24/25)
Verschiedene Tätigkeiten beim Einsatz von Medien zur Lösung von Aufgaben anhand eines Beispiels mit einem CAS


10:25-11:10 Vortrag
Hischer
Die ich rief, die Geister,
… werd’ ich sie wieder los?

10:05-10:25 Kaffee


11:10-11:55 Vortrag
Burgeth
Bildverarbeitung:
Sehen, wie Mathematik arbeitet

10:25-11:10 Vortrag
Weigand (Aula)
Fünf (oder vielleicht auch mehr) Thesen zum Einsatz digitaler Technologien im zukünftigen Mathematikunterricht

12:00-13:30 Mittagessen

12:00-13:30 Mittagessen

11:10-11:55 Plenum (Aula)

14:00-14:15 Einstimmung

13:45-14:30 Vortrag
Führer
"PC-Einsatz im MU" - zehn Jahre Kummer und Freude mit einer didaktischen Pflichtveranstaltung

12:00-13:30 Mittagessen

14:15-15:30 Hauptvortrag
Ziegenbalg
Informatik-affine Themen in der Didaktik der Mathematik

14:30-15:15 Vortrag
Rieß
Unscharf, unschärfer, am Unschärfsten


15:30-16:00 Kaffee

15:15-15:45 Kaffee


16:00-16:45 Vortrag Greefrath
Mathematische Grundfertigkeiten vor dem Hintergrund des Einsatzes digitaler Werkzeuge

15:45-16:30 parallele Vorträge

v. Pape (Aula)
Erinnerungen und Gedanken eines Nebenstrecklers

Schürmann (24/25)
Mathematische Begriffe und Anwendungsbezüge der Analytische Geometrie im Kontext von Farben und Farbmodellen


16:45-18:00 Hauptvortrag
Elschenbroich & Körner
[Mehr als] 30 Jahre AK MU&I - Mathematik? Unterricht? Informatik?

16:30-18:00 Workshops

Bildverarbeitung (Burgeth)

OpenDiscoverySpace – i2geo
(Kortenkamp & Libbrecht)


18:00-19:00 Abendessen



19:30 Podiumsdiskussion
Moderation Christoph Drösser
(Wissenschaftsredakteur - Die Zeit)

19:30 Abendessen im Aloisius


danach Rostiger Kegel





Hauptvortragende

  • Hans-Jürgen Elschenbroich (Düsseldorf) & Henning Körner (Oldenburg)
    [Mehr als] 30 Jahre AK MU&I - Mathematik? Unterricht? Informatik?
    Die Referenten geben eine persönliche Rückschau auf ihren Einstieg und ihre Zeit im AK MU&I.
  • Reinhard Oldenburg (Frankfurt am Main)
    Informatik – Auch das noch?! Ein Reiseführer in die Zukunft des AK MU&I
    Informatik ist das nicht legitime Kind der Mathematik und als solches nur bedingt geliebt. Auch der AK MUI hat bisher schon ein facettenreiches Verhältnis zur Informatik gezeigt und dabei früh wichtige Fragen gestellt: Neue Wege zu alten Zielen, oder zu neuen Zielen? Dies wird wohl auch in den nächsten Jahrzehnten eine zentrale Frage bleiben. Von Hentigs Auftrag, der technischen Zivilisation gewachsen zu bleiben, ist dabei eine treibende Kraft. Im Vortrag wird versucht, die Beziehung von Informatik und Mathematik für das Lernen in der Schule zu bestimmen und daraus einige Thesen und Visionen zu generieren.
  • Jochen Ziegenbalg (Karlsruhe)
    Informatik-affine Themen in der Didaktik der Mathematik
    *  Einige historische Skizzen
    *  Entwicklungen inhaltlicher Natur - einige exemplarische Fallstudien
    *  Bildungspolitik:  Stellungnahmen, Resolutionen, Memoranden, Empfehlungen
    *  Fundamentale Ideen und Prinzipien
    *  Ausblick:  Was an den Informatik-Themen ist wirklich bildungsrelevant?


Podiumsdikussion

Zu A-Z (Aufgabe bis Zukunft) des Arbeitskreises wird es freitagabends eine Podiumsdiskussion geben, die von Christoph Drösser (Wissenschaftsredakteur - Die Zeit) moderiert wird. Neben den Hauptvortragenden werden zu jener auch ausgewählte weitere TeilnehmerInnen der Tagung geladen. Falls Sie den Arbeitskreis (weiter) aktiv mitprägen wollen, so senden Sie bitte bis Anfang September Ihre Thesen an die Tagungsleiter.


Teilnehmende und angemeldete (Kurz)vorträge

  1. Peter Bender (Paderborn)
  2. Bernhard Burgeth (Saarbrücken) Bildverarbeitung: Sehen, wie Mathematik arbeitet
    Bildeindrücke aus der Umwelt werden im visuellen System des Menschen aufbereitet, also im weitesten Sinne gefiltert, ergänzt und segmentiert. Computer erlauben es nun, diese Verarbeitung mit mathematischen Algorithmen nachzuahmen:
    • Hintergrundkonzepte von Algorithmen mit Hilfe des CAS Maple
    • Repräsentation digitaler Bilder im Computer
    • Diskretisierung und Quantisierung
    • Rauschen, Entrauschen, Erosion, Dilatation von Bildern
    • Verfahren zur Verbesserung von fehlbelichteten Bildern
    • automatisches Hervorheben von Objekten.
    An mathematischen Grundlagen werden dabei Kenntnisse und Techniken aus der Arithmetik (Maximum/Minimum), der Analysis (Verkettung von Funktionen, Differenziation), der Numerik (Finite Differenzen), der Geometrie (Kanten als Kurven) und der Wahrscheinlichkeitstheorie (Histogramme) vernetzt. Zur Umsetzung dieser Signalverarbeitungsmethoden genügen Stift und Papier.
  3. Christoph Drösser (Die Zeit)
  4. Hans-Jürgen Elschenbroich (Düsseldorf) & Henning Körner - Hauptvortrag siehe oben
  5. Martin Epkenhans (Münster)
  6. Lutz Führer (Frankfurt/Rheinbreitbach)
    "PC-Einsatz im MU" - zehn Jahre Kummer und Freude mit einer didaktischen Pflichtveranstaltung
    Ein Bericht über Erfahrungen, die ich gemeinsam mit einigen jüngeren Kollegen über das erste Jahrzehnt unseres Jahrhunderts mit Pflichtveranstaltungen zur Frankfurter Uni-Ausbildung von Sekundarstufenlehrer/Innen gemacht habe. Hauptziel war es, ALLEN künftigen Mathematiklehrenden Grundkenntnisse und -leitvorstellungen im Umgang mit PCs im MU mitzugeben, ohne die sowieso schon PC-Begeisterten zu langweilen. Da ich trotz gewohnheitsmäßiger PC-Nutzung auch bei fachlichen Arbeiten immer noch an meiner eher skeptischen Einschätzung der PC-Bedeutung für den MU festhalte, sollte der Umgang mit PCs im MU konstruktiv kritisch anempfohlen und keinesfalls fetischisiert werden. Dabei waren immer wieder neu vielerlei konfligierende Rahmenbedingungen (u. a. Zeitrahmen, Gerätezugang, Gruppensynchronisation, Softwarebeschaffung, Personal für Gruppen- und Individualbetreuung, Workload-Lyrik, Prüfungs- und Benotungszwänge) mit stark divergierenden Motivationslagen, theorielastiger Mathematikvor- und -geschmacksbildung auf Studierendenseite und mit didaktischen und medientechnischen Wandlungen auf Veranstalterseite auszubalancieren.
    Und zur Einstimmung auf die Tagung: Zwei alte Basistexte aus „mathematik lehren“ (Ende 1984 bzw. 1985) als PDF-Datei - mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
  7. Stefan Goltz (Norderstedt)
  8. Gilbert Greefrath (Münster)
    Mathematische Grundfertigkeiten vor dem Hintergrund des Einsatzes digitaler Werkzeuge
    Neben wünschenswerten allgemeinen und inhaltsbezogenen Kompetenzen gibt es gewisse Grundfertigkeiten, die man als unverzichtbar ansieht und die auch ohne die Hilfe digitaler Werkzeuge zur Verfügung stehen sollen. Im Vortrag soll diskutiert werden, wie solche Grundfertigkeiten ausgewählt werden können und wie sie vor dem Hintergrund des verstärkten Einsatzes von digitalen Werkzeugen verfügbar bleiben können.
  9. Stephan Griebel (Freising)
  10. Dörte Haftendorn (Lüneburg)
    Polar doppelt sehen
    Polarkoordinaten sind eine weit unterschätzte Bereicherung für den Mathematikunterricht. Sie ermöglichen in vielfältiger Weise Eigentätigkeit und Erkundungen der Lernenden. Das trifft besonders dadurch zu, dass die eigentlich polare Darstellung und eine so genannte "polar-kartesische" Ansicht nebeneinander dynamisch gekoppelt dargestellt werden können. GeoGebra ermöglicht das inzwischen in überzeugend einfacher Weise. Bei der polar-kartesischen Ansicht wird r(phi) über phi kartesisch aufgetragen. Dadurch kann das polare Erscheinungsbild und sein Durchlauf in Abhängigkeit von phi umfassend erkundet und erklärt werden.
  11. Claudia Hagan (Würzburg)
  12. Mutfried Hartmann (Karlsruhe)
  13. Gaby Heintz (Neuss)
  14. André Henning (Berlin)
  15. Katharina Hewer (Saarbrücken)
  16. Horst Hischer (Saarbrücken)
    Die ich rief, die Geister, … werd’ ich sie wieder los?
    Ein sehr persönlicher Rückblick auf die durch die Entstehung der Informatik geweckten Erwartungen bezüglich der Perspektiven des Mathematikunterrichts im Rahmen einer künftigen Allgemeinbildung und eine Skizze der aktuellen Situation: nur Computereinsatz und noch immer keine Medienbildung?
  17. Florian Kern (Saarbrücken)
  18. Katharina Klembalski (Berlin)
  19. Henning Körner (Oldenburg) Hauptvortrag gemeinsam mit Hans-Jürgen Elschenbroich
  20. Ulrich Kortenkamp (Halle)
    "OpenDiscoverySpace / i2geo - Ressourcenbasiertes Lernen (Visionary Workshop)"
  21. Oliver Labs (Saarbrücken)
  22. Anselm Lambert (Saarbrücken)
  23. Paul Libbrecht (Halle) gemeinsamer Workshop mit Ulrich Kortenkamp
  24. Jörg Meyer (Hameln)
  25. Jan Müller (Dortmund)
  26. Rolf Neveling (Wuppertal)
  27. Reinhard Oldenburg (Frankfurt) - Hauptvortrag siehe oben
  28. Guido Pinkernell (Heidelberg)
  29. Verena Rembowski (Saarbrücken)
  30. Michael Rieß (Münster)
    Unscharf, unschärfer, am Unschärfsten
    Die digitale Manipulation von Bilddateien ist mittlerweile insbesondere durch Smartphones im Alltag von vielen Schülern angekommen. Die Aufschlüsselung dieser (Kultur-) Technik scheitert meist an den fehlenden Programmierkenntnissen. In diesem Kurzvortrag soll vorgestellt werden, wie man die Mathematik hinter der Bearbeitung von Digitalfotos mit einfachen und dem Mathematikunterricht nahen Mitteln für Schüler erfahrbar machen kann.
  31. Uwe Schürmann (Münster)
    Mathematische Begriffe und Anwendungsbezüge der Analytische Geometrie im Kontext von Farben und Farbmodellen
    Im Vortag wird aufgezeigt, wie ein Großteil der Inhalte der Analytischen Geometrie in der gymnasialen Oberstufe anhand des Kontextes Farben und Farbmodelle (wie z.B. RGB, CMYK oder RGBA) unter Zuhilfenahme von Computern und entsprechender Software abgedeckt werden kann und welche Grenzen sich für diesen Ansatz aus didaktischer und mathematischer Sicht ergeben. Hierbei wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, mathematische Begriffe einzuführen und sinnlich fassbar zu machen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Anwendungsbezüge und  – für die Analytische Geometrie in der Schule ansonsten eher ungewöhnlich – Modellierungen. Hierzu werden mögliche Anwendungsaufgaben und Modellierungsprobleme vorgestellt.
    Bei der Auswahl der benötigten Software und den Computeranwendungsaufgaben wurde insbesondere darauf Wert gelegt, dass sowohl auf Seiten der Lernenden als auch auf Seiten der Lehrenden möglichst wenig Hürden (wie z.B. unfreie Software, Installationsaufwand oder umfangreiches IT-Wissen) zu überwinden sind. Vorkenntnisse über Farbmodelle werden nicht voraus-gesetzt.
  32. Anna Susanne Steinweg (Bamberg)
  33. Wilhelm Sternemann (Lüdinghausen)
  34. Hannes Stoppel (Münster)
    Verschiedene Tätigkeiten beim Einsatz von Medien zur Lösung von Aufgaben anhand eines Beispiels mit einem CAS
    Der Medieneinsatz wird von zahlreichen Seiten gefordert (vgl. auch KMK (2009)). Man muss sich hierbei überlegen, warum, wo und wie (www) ein entsprechendes Medium wie ein CAS eingesetzt werden soll. Hier werden an Beispielen aus Zehavi, N., & Mann, G. (2005) Möglichkeiten beschrieben, wie sich ein CAS auf unterschiedliche Art in verschiedenen Phasen von Lösungen von Aufgaben einsetzen last. Die Lösungsphasen werden mithilfe der Tätigkeitstheorie untersucht. Dabei werden die Lösungsvorgänge in Anlehnung an Stoppel, H. (2012) betrachtet, wo die Lösungsvorgänge in Conception, Operation und Application unterteilt sind, in denen die Entwicklung einer Methode und ihrer Anwendung auf ein Objekt enthalten sind. Der Medieneinsatz spielt in Verbindung mit der Methode und dem Objekt eine Rolle, die bei dem www hilfreich ist.
    Literatur
    Kaptelinin, V., & Nardi, B. A. (2006). Acting with Technology. USA: MIT.
    KMK (2009). http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2009/2009_05_07-Empf-MINT.pdf.
    Lucas, J., Branca, N., Goldberg, D., Kantowski, M., Kellogg, H., & Smith, J. (1979). A process-sequence coding system for behavioral analysis of mathematical problem solving. In G. Goldin \& E. McClintock (Eds.),  Task variables in mathematical problem solving (pp. 353-378). Columbus, OH: ERIC.
    Pólya, G. (1945). How to solve it. Princeton: Princeton University Press.
    Schoenfeld, A. H. (1992) On Paradigms and Methods: What Do You Do When The Ones You Know Don't Do What You Want Them To? Issues in the Analysis of Data in the Form of Videotapes. In The Journal of the learning of sciences, 2(2), pp. 179 – 214.
    Stoppel, H. (2012). Understanding Difficulties in Solving Exercises:  A new Point of View. In Tso, T. Y. (Ed). Proceedings of the 36th Convergence of the International Group of Mathematics Education, Vol. 1, (p.271).  Taipei, Taiwan: PME.
    Zehavi, N., & Mann, G. (2005). Instrumented Techniques and Reflective Thinking in Analytic Geometry. In: Sriraman, B. (Ed). The Montana Mathematics Enthusiast, Vol. 2, no. 2, (pp. 83-92). Calgary, Canada: University of Calgary.
  35. Christian van Randenborgh (Bielefeld)
    Verständnisentwicklung im Mathematikunterricht
    Wie trägt die Erforschung historischer Instrumente zur Wissensaneignung bei? „Quo vadis?“ Diese Frage wurde schon von Petrus gestellt und führte bei ihm zueiner Umkehr. Sein Weg führte zurück. Auch die Beschäftigung mit historischen Instrumenten führt zurück in die Geschichte der Mathematik. Was kann diese Rückbesinnung für den gegenwärtigen und zukünftigen Mathematik-unterricht bedeuten? Sind historische Instrumente nicht längst durch CAS oder DGS abgelöst? Festzustellen ist zunächst, dass immer wieder in der Geschichte der Mathematik Zeichengeräte, wie Zirkel & Lineal, Ellipsen- & Parabelzirkel und Pantographen, entwickelt wurden. Was aber macht ein mathematisches Instrument zu einem historischen Zeicheninstrument? Wie und zu welchem Zweck kann man auch heute noch ein Zeichengerät im Mathematikunterricht einsetzen? Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, sind ein theoretischer Rahmen für den Einsatz von Instrumenten und empirische Untersuchungen mit historischen Zeichengeräten erforderlich. Ausgehend von den theoretischen Modellen der instrumentellen Genese (instrumental genesis) und der semiotischen Vermittlung (semiotic mediation) wird zunächst aufgezeigt, wie ein historisches Zeichengerät (Parabelzirkel) zu einem Instrument der Wissensaneignung im Mathematikunterricht werden kann. Im Schuljahr 2010/11 wurde der Einsatz des Parabelzirkels von FRANS VAN SCHOOTEN (1615 – 1660) im Mathematikunterricht in der 11. Jahrgangsstufe (G9) untersucht. Die in der aktuellen Studie gewonnen Ergebnisse werden im Rahmen der instrumentellen Genese und der semiotischen Vermittlung analysiert und interpretiert, und es wird überlegt, wie diese Ergebnisse auch für den zukünftigen Mathematikunterricht fruchtbar gemacht werden können.
  36. Marie-Christine von der Bank (Saarbrücken)
  37. Bodo v. Pape (Oldenburg) Vortrag (PDF-Datei)
    Erinnerungen und Gedanken eines Nebenstrecklers
    25 Jahre mit Excel auf dem Holzweg oder auf der Überholspur? Es geht um die Aufarbeitung der didaktischen Diskussion und der realen Entwicklung in einem Teilbereich der MUI-Thematik aus der Sicht eines beteiligten und betroffenen Praktikers. Die Ansätze aus den beiden zurückliegenden Jahrzehnten werden aufgezeigt und weiterentwickelt zu einem Satz von Erwartungen zum aktuellen "Quo Vadis?". Die neuerliche Perspektive ist dabei die eines vom Schulalltag Unabhängigen. Material unter: ExcelEcke.Wordpress.com <http://excelecke.wordpress.com/>
  38. Nicolai von Schroeders (Erlangen/Nürnberg)
  39. Hans-Georg Weigand (Würzburg) Vortrag (PDF-Datei)
    Fünf (oder vielleicht auch mehr) Thesen zum Einsatz digitaler Technologien im zukünftigen Mathematikunterricht
    Vor- und Nachteile des Einsatzes digitaler Technologien und speziell des Einsatzes von Computer Algebra Systemen (CAS) im Mathematikunterricht werden seit Jahren weltweit kontrovers diskutiert. Insbesondere zeigt die 17. ICMI-Studie “Mathematics Education and Technology – Rethinking the Terrain” (Hoyles & Lagrange 2010), dass die von unterschied-lichen Seiten in den letzten Jahrzehnten vielfach geäußerten Erwartungen und Hoffnungen hinsichtlich der Bedeutung digitaler Technologien im Mathematikunterricht nicht erfüllt wurden. Diese Entwicklung lässt sich durchaus auch in Parallelität zum Mathematikunterricht und zur Kritik an der Schule insgesamt sehen.
    Wie wird – könnte – die Weiterentwicklung des unterrichtspraktischen Einsatzes digitaler Technologien in in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aussehen. Welche Bedeutung werden sie für den Mathematikunterricht bekommen? Aufbauend auf Entwicklungen im letzten Jahrhundert und einer kritischen Analyse aktueller Unterrichtsprojekte sollen (wahrscheinlich) fünf Thesen zum Einsatz digitaler Technologien im zukünftigen Mathematik-unterricht entwickelt werden.
  40. Roland Weissbach (Lüneburg)
  41. Jens Weitendorf (Norderstedt) Vortrag (PDF-Datei)
    Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes eines Handhelds in Bezug auf die Frage: Was ist größer xy oder yx?

    Ausgehend von der obigen Fragestellung wird mit einem Handheld zunächst ein experimenteller Zugang gewählt. Aus diesem Ansatz ergeben sich neue mathematische Fragestellungen, die sich mit dem Rechner nur teilweise beantworten lassen. Die Einbettung in eine mathematische Theorie führt zur Lösung, wobei der Einsatz des Handhelds hilfreich ist. Die Fragestellung ermöglicht es, Schülerinnen und Schülern ein Beispiel für mathematisches nahe zu bringen.
  42. Marc Wermann (Paderborn)
  43. Gerda Werth (Paderborn)
  44. Thomas Weth (Erlangen/Nürnberg)
  45. Benedikt Weygandt (Frankfurt)
  46. Klaus P. Wolff (Wörth)
  47. Jochen Ziegenbalg (Karlsruhe) Hauptvortrag siehe oben


Stand: 12. November 2012