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Arnold-Janssen-Gymnasium St.Wendel
Universität des Saarlandes · Fachrichtung Mathematik

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Planfräsen des Korpusrohlings Aussägen der Korpuskontur Schleifen Die Halstasche wird gefräst. Hier werden dicke Bretter gebohrt. Fertig!

AG E-Gitarrenbau am AJG

Warum gerade E-Gitarren? Die Antwort ist einfach: "Heranwachsende Jungen sind fasziniert davon laut, ungezügelt, […] und grenzenlos narzisstisch zu sein. Das kann man ja mal mit einer Blockflöte probieren!" schreibt einer, der es wissen muss: Walter Kraushaar - ein für seine innovativen Entwürfe bekannter E-Gitarrenbauer aus Aachen. Auf seiner Webseite meint er weiter: "Dieses Instrument wird vornehmlich von Jungen ab 13 Jahren geliebt, weil es keine Regeln für ihren Gebrauch gibt. Man kann sich ihr nähern, wie man will." Für gewöhnlich nähert man sich ihr durch "Klampfen", Jammen, Nachahmen der "Gitarrenhelden" - Spielen eben.

Einen ganz anderen Weg schlugen acht Schüler des AJG (Jerome Benz, Rebecca Eiffler, David Ernst, Konstantin Grün, Mischa Held, Christopher Müller, Christian Schönfeld und Marc Weber) ein: Sie erlebten - nach vielen Wochen oft mühsamer, aber letztlich erfüllender Arbeit - das erhebende Gefühl, einem individuell geplanten und selbst gebauten Instrument die ersten Töne zu entlocken! Mit Begeisterung ging es ans Werk: "Herr Didas, wann ist denn eigentlich der nächste AG-Termin? Am nächsten Wochenende hätten wir am Freitagnachmittag und den ganzen Samstag über Zeit, Sie auch?" Muss man mehr zur Motivation der Teilnehmer sagen?

Ihr Zuhause fand die AG in den ehemaligen Biologieräumen im Keller, die sich im Dezember 2011 in eine kleine Gitarrenbauwerkstatt verwandelte. (Wie herrlich unkompliziert das am AJG doch ist, da hier an frei verfügbaren Räumen kein Mangel herrscht.) Die Werkzeuge wurden teils vom Förderverein finanziert (an dieser Stelle vielen Dank für die großzügige finanzielle Unterstützung), teils kurzerhand von den Teilnehmern aus Opas/Papas heimischer Werkstatt "entführt". Wenn dann immer noch etwas fehlte, waren wir in der Schlosserei und Schreinerei des Missionshauses (zwei Türen weiter) gern gesehene Gäste. Doch nun zur eigentlichen Arbeit: Das Herzstück der Gitarre, den Korpus, haben wir aus 5cm dicken Ahorn- bzw. Erle-Blöcken nach eigenen Entwürfen herausgearbeitet. Die restlichen Teile (Hals, Tonabnehmer, Saitenhalterungen) wurden aus E-Gitarrenbausätzen entnommen und dann an diesen Korpus montiert. Da die Korpusform für den Klang einer E-Gitarre eine eher untergeordnete Rolle spielt, waren hier der gestalterischen Freiheit nur wenig Grenzen gesetzt. Andererseits kam es beim Einpassen des Halses, dem Anfertigen der Tonabnehmerfräsungen bzw. der Bohrungen für den Steg und die Saitenhalter auf sehr präzises Arbeiten an: Fehler in diesen Teilen sieht man nicht nur, man hört sie. Vor der Endmontage wurde der Korpus mehrmals geschliffen und schließlich (in mehreren Schichten) lackiert. Vor allem das Schleifen war eine Geduldsprobe; bis die letzten Kratzer entfernt waren, vergingen Wochen. Aber dann: Die letzte Lackschicht war noch nicht durchgetrocknet, da wurden schon die Saiten aufgezogen und … losgerockt. Und das macht auf der Selbstgebauten ungleich viel mehr Spaß als auf einer E-Gitarre von der Stange!


Let's rock!

Valid XHTML 1.0 Transitional letzte Aktualisierung: 01.08.2013