Arbeitskreis Mathematikunterricht und Informatik (AK MU&I) in der GDM

HERBSTTAGUNG 2014

Zum 32. Mal findet im Herbst die traditionelle Arbeitstagung des AK MU&I in der GDM statt, vom 26.-28. September in Halle an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

EINLADUNG

Liebe Mitglieder des AK MU&I, die diesjährige Herbsttagung unseres Arbeitskreises zum Thema

„Werkzeuge nutzen! - Nutzen Werkzeuge?“

findet von Freitag, 26.9.2014 bis Sonntag, 28.9.2014 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle an der Saale statt. Wie schon auf der Arbeitskreissitzung in Koblenz berichtet, findet die Herbsttagung parallel zur CADGME, der Fifth Central- and Eastern European Conference on Computer Algebra- and Dynamic Geometry Systems in Mathematics Education, statt, was für die Organisation der Tagung einige Herausforderungen darstellt. Der Arbeitskreis kann aber durch die internationalen Teilnehmer der CADGME profitieren: Nicht nur die Hauptvorträge (siehe unten) sind gemeinsamer Bestandteil der Tagungen, sondern es können auch wechselseitig Vorträge im nationalen (AKMUI) und internationalen Teil (CADGME) besucht werden. Beachten Sie aber bitte, dass die CADGME einen Tag länger als der AK MU&I dauert.

Unser Tagungsthema spricht ein zentrales Thema des Einsatzes digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht an. Viele Arbeitskreismitglieder nutzen diese Werkzeuge seit Jahrzehnten und sind subjektiv vom Nutzen der Werkzeuge überzeugt – doch wie kann diese Überzeugung intersubjektiv mit Fakten untermauert werden? Nutzen Werkzeuge tatsächlich? Und wenn ja, wem, wie, wann, wo und warum? Wie kann man andere davon überzeugen, auch Werkzeuge zu nutzen? Oder sollte man das lieber nicht tun? Und in welche Richtung sollten digitale Werkzeuge ggf. weiterentwickelt werden – zum breiteren(?) und tieferen(?) Nutzen.

Das Tagungsthema bietet Raum für die Vorstellung alter und neuer Werkzeuge, für (empirische) Studien und für theoretische Überlegungen. Soziokulturelle Kritik am Werkzeugeinsatz oder Nicht-Werkzeugeinsatz ist ebenso erwünscht wie Vorschläge für weiterzuentwickelnde oder gar neue Werkzeuge und deren Einbindung in den schulischen und außerschulischen Alltag.

Der Arbeitskreis sollte in der Lage sein, sich auf gut Gründe für einen Werkzeugeinsatz zu verständigen – ausgehend von der im Arbeitskreis 2009 erarbeiteten Stellungnahme zum Werkzeugeinsatz im Mathematikunterricht. Ohne überzeugende Argumente und konkrete Handlungsvorschläge können wir nicht darauf hoffen, dass der Mathematikunterricht – und damit die Schülerinnen und Schüler – von den vorhandenen und zukünftigen computertechnischen Errungenschaften profitieren… falls wir das überhaupt wollen.

Wir würden uns freuen, Sie Ende September 2014 in Halle begrüßen zu dürfen!

Die Leiter des AK MU&I Ulrich Kortenkamp und Anselm Lambert

TAGUNGSPROGRAMM

Die AKMUI-Tagung beginnt am Freitag, 26.9.2014 um 14:00 Uhr und endet am Sonntag um 13:00 Uhr. Auf Wunsch können Sie am Freitag und Sonntag (wie auch am Samstag) am Mittagessen teilnehmen.
Die Vorträge finden auf dem Campus Heide-Süd der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Am Samstagabend findet ein gemeinsames Conference Dinner statt. Die Kosten für das Conference Dinner sind in der Teilnahmegebühr für die CADGME enthalten, AK MU&I-Teilnehmer können das Dinner hinzubuchen.

WO GENAU FINDET DIE TAGUNG STATT?

http://cadgme2014.cermat.org/location/map, lokale Tramverbindungen finden Sie hier unten.

HAUPTVORTRÄGE

Wir konnten dank der Kooperation mit der CADGME drei hervorragende internationale Hauptvortragende gewinnen, die das Werkzeug-Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten:

Freitag Nachmittag

Ralph-Johan Back

(Abo Akademi University Turku, Finnland)

Structured derivations in practice: experiences from the E-math project

Samstag Morgen

Tomás Recio

(Universidad de Cantabria, Santander, Spanien)

Dynamic Geometry and Mathematics: few trains on a two-way track


Sonntag Morgen
Marcelo de Carvalho Borba
(UNESP/Brasilien)
Math Problem, Facebook and Emergent Classrooms
Bereits am Freitagmorgen spricht Jürgen Richter-Gebert (TU München) zu "Mathematics on electronic media in a changing world“. Diesen Vortrag können Sie als AKMUI-Teilnehmer ebenfalls hören, wenn Sie rechtzeitig kommen.
Am Montag spricht dann noch Predrag Janičić von der Universität Belgrad zu "Challenges for the Next Generation Mathematics Education Software“, dieser Vortrag ist allein für Teilnehmer der CADGME-Konferenz.
(siehe auch http://cadgme2014.cermat.org/keynote-speakers, dort finden Sie auch die Vortragszusammenfassungen)

WEITERE VORTRÄGE AK MU&I

Christine Bescherer & Andreas Fest Interaktives Konstruieren im länderübergreifendem bilingualen Mathematikunterricht

Für das Fach Mathematik wird ein Unterrichtsszenario aus dem INTACT- Kontext dargestellt, in dem Schülergruppen aus zwei verschiedenen Ländern Dreieckskonstruktionen mit DGS durchführen und dazu Beschreibungen in der Fremd- bzw. der Muttersprache anfertigen. Diese Beschreibungen werden zwischen den beiden Schülergruppen der verschiedenen Länder ausgetauscht, um die Dreiecke zu rekonstruieren. Dabei sind sowohl geometrische wie auch sprachliche, interkulturelle und soziale Fertigkeiten und Kompetenzen gefordert und gefördert. Nutzbar sind die Materialien, die über eine speziell entwickelte Lernplattform zur Verfügung gestellt werden, nicht nur mit interaktiven Whiteboards sondern auch mit anderen Geräten, wie z.B. Tablet-PCs, Smartphones usw.

Im multilingualen Projekt „INTACT - Interactive teaching materials across culture and technology“ der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit den Partnerländern Spanien, Irland, Ungarn, Rumänien und Portugal werden interaktive Materialien für den bilingualen Unterricht verschiedener Fächer zur Verfügung gestellt und so eine virtuelle Kooperation zwischen Schulen der ganzen Welt ermöglicht. INTACT wird für drei Jahre aus Fördermitteln der EU im Rahmen des Förderprogramms Lebenslanges Lernen - "COMENIUS Multilateral Projects" gefördert.

Thomas Borys & Fabian Mundt app@school
– App-Entwicklung als Lehr-Lern-Szenario in der Schule

Bei app@school geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler mithilfe analoger und digitaler Werkzeuge eine eigene mobile app konzipieren, entwickeln und publizieren. Indem der gesamte Produktionsprozess einer Applikation vollzogen wird, werden sowohl fachlich-mediale als auch soziale Kompetenzen angebahnt.

Um dieses Ziel zu verwirklichen haben wir das theoretisch fundierte Lehr-Lern-Szenario app@school entworfen, das einerseits den pädagogischen Projektgedanken aufgreift, also auf prozessuales Lernen in (Experten)Gruppen abzielt, und sich andererseits an den Abläufen agiler Softwareentwicklung orientiert.

Als Entwicklungswerkzeug verwenden wir Stencyl (http://stencyl.com), da es eine visuelle Gestaltung aller Programmbestandteile (Levels, Actors, Logik) ermöglicht. Der Einsatz dieses Tools erlaubt darüber hinaus die ideale Verzahnung der einzelnen Expertengruppen (Grafiker, Leveldesigner, Programmierer, PR-Manager, Projektmanager), die jeweils an einem Module der mobile app arbeiten.

Im Rahmen eines Vortrags auf der Tagung des AK »Mathematik und Informatik« wird sowohl das didaktische Design von app@school als auch erste Ergebnisse dessen schulpraktischer Erprobung Anfang diesen Jahres zur Diskussion gestellt.

Hans-Jürgen Elschenbroich Vom Funktionenmikroskop zur digitalen Funktionenlupe

Das Funktionenmikroskop von A. Kirsch war ein Klassiker für die Erarbeitung eines Grundverständnisses von Steigung und  Differenzierbarkeit im Sinne lokaler Glättung. Damals ein aufwändiger Foliensatz in Lehrerhand, konnte die Grundidee des ‚Hineinzoomens‘ später mit gängigen Funktionenplottern digital umgesetzt werden.

In dem Vortrag wird nun eine interaktive ‚Funktionenlupe‘ mit GeoGebra vorgestellt, die mit zwei Graphikfenstern und Ortslinien einen Zugang lokal zur Steigung des Funktionsgraphen und global zur Ableitung der Funktion bietet. Sie ermöglicht einen entdeckenden, anschaulichen und (zunächst) kalkülfreien Einstieg in die Analysis und einen Aufbau von Grundvorstellungen von Steigung und Ableitungsfunktion bis hin zur Krümmung.

Gaby Heintz gemeinsam mit Hans-Jürgen Elschenbroich und Florian Schacht Digitale Werkzeugkomponenten

Über welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler zum Abitur bzw. nach Abschluss der Sekundarstufe I beim Umgang mit digitalen Werkzeugen verfügen? Inwiefern geht es dabei um etwas anderes bzw. um mehr als um die Bedienung von Software und Hardware? Die Bildungsstandards der KMK lassen da einiges offen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von MNU und T3 beschäftigt sich seit 2013 mit der Fragestellung, was unter ›Digitalen Werkzeugkompetenzen‹ zu verstehen ist. Erste Ergebnisse werden im Vortrag vorgestellt und anhand von Aufgabenbeispielen zur Sekundarstufe I und II konkretisiert. Damit verbunden wird der Frage nachgegangen, wie Lernende ihren Einsatz von digitalen Werkzeugen im Arbeitsprozess und schriftlichen Überprüfungen dokumentieren sollten.

Florian Kern Unterrichtsmaterial vor dem Hintergrund verschiedener Werkzeuge – Einige Beispiele der Bildverarbeitung

„Wem, wie, wann, wo und warum nutzen Werkzeuge?“ Unter anderem auf diese Fragen der Tagungseinladung möchte ich – am Beispiel der für den Mathematikunterricht reduzierten grundlegenden Konzepte der Bildverarbeitung – einige Antworten anbieten und diese zur Diskussion stellen.

Ich habe mich damit auseinandergesetzt, welche Möglichkeiten die Bildverarbeitung bietet, alternative Zugänge zu vielen Teilbereichen der Schulmathematik zu schaffen. Die dabei benutzten Werkzeuge sind Maple 18, MaplePlayer und Excel. Mit meinem Vortrag will ich Ihnen – möglichst unterrichtsnah – einige Beispiele meiner Arbeit vorstellen und Material zur Verfügung stellen, das – mit bzw. ohne den Einsatz der oben genannten Werkzeuge – zum Unterrichtseinsatz genutzt werden kann.

Andreas Kirsche Pen&Paper-Programmierung - Neue Chancen für digitale Medien

Der Begriff des Algorithmus gehört seit langem zu den fundamentalen mathematischen Ideen, die im Mathematikunterricht einen spiraligen Aufbau haben. Für die Sekundarstufen bedeutet die Thematisierung für die Schüler die Chance, selbstständig Algorithmen zu entwickeln, um so einerseits Einsichten in mathematische Strukturen zu gewinnen und zu vertiefen und andererseits einen reflektierten Umgang mit den heutigen digitalen Medien zu fördern.

In meinem Vortrag stelle ich die von mir entwickelte Pen&Paper-Programmiersprache Adi vor. Ursprünglich als Ausgangspunkt zum Erlernen einer Programmiersprache gedacht, nutze ich diese Sprache als Vehikel, um einer möglichen Interpretation des Begriffs "Algorithmisches Denken" nachzugehen.

Olaf Knapp Vergleich Dynamischer Raumgeometrie-Systeme (DRGS): Stand eines Forschungsprojektes

In Computerumgebungen ausführbare Raumgeometrieprogramme können als Werkzeuge eine aktive Auseinandersetzung raumgeometrischer Inhalte in der Schule unterstützen. Hierzu existieren zahlreiche Programme, innerhalb derer DRGS idealisiert eine eigene Klasse bilden. Obwohl neben Cabri 3D und Archimedes Geo3D weitere für die Schule konzipierten DRGS existieren, erfahren sie – zumindest in der deutschsprachigen mathematikdidaktischen Literatur - kaum Beachtung. Wie lässt sich dies rechtfertigen?

Im Rahmen eines Forschungsprojektes werden als zentrale Ziele verschiedene DRGS theoretisch und empirisch miteinander verglichen und Empfehlungen für ihren schulpraktischen Einsatz erarbeitet. Im Vortrag werden erste Ergebnisse zum Stand des Forschungsprojektes dar...

Rose Vogel Podcasts und Screencasts im Lehramtsstudium

In welcher Weise können Podcasts und Screencasts für den mathematischen Lernprozess in einem Lehramtsstudium genutzt werden? Für den Grundschullehramtsstudiengang an der Goethe-Universität Frankfurt/Main werden derzeit unterschiedliche Lehr-Lern-Szenarien entwickelt und erprobt. An ausgewählten Beispielen werden im Vortrag die Potentiale dieses Werkzeugeinsatzes herausgearbeitet.

Jens Weitendorf Terme besser verstehen mit neuen Medien

Der Umgang und das Verstehen und Interpretieren von Termen sind ein wichtiger Bestandteil des Mathematikunterrichts. Der Umgang mit Termen findet im Wesentlichen auf einer formalen Ebene statt. Durch die Benutzung neuer Medien eröffnen sich für die Schülerinnen und Schüler neue Zugänge zu Termen. Dies wird im Vortrag sowohl mit Beispielen aus der Sek. I als auch aus der Sek. II gezeigt 

TAGUNGSTEILNEHMENDE

  1. Christine Bescherer
  2. Peter Bender
  3. Bernhard Burgeth
  4. Christian Dohrmann
  5. Matthias Ehmann
  6. Hans-Jürgen Elschenbroich
  7. Martin Epkenhans
  8. Heiko Etzold
  9. Andreas Fest
  10. Silke Fleckenstein
  11. Vincento Fragapane
  12. Wolfgang Frisch
  13. Dörte Haftendorn
  14. Gaby Heintz
  15. Hans-Wolfgang Henn
  16. Dietmar Hildenbrand
  17. Hans-Dieter Janetzko
  18. Norbert Kalus
  19. Florian Kern
  20. Olaf Knapp
  21. Andreas Kirsche
  22. David Kolosche
  23. Ulrich Kortenkamp
  24. Stefan Kranich
  25. Jenny Kurow
  26. Anselm Lambert
  27. Paul Libbrecht
  28. Elvira Malitte
  29. Hasso Mantey
  30. Jörg Meyer
  31. Regina Möller
  32. Fabian Mundt
  33. Wolfgang Neidhardt
  34. Walther Neuper
  35. Rolf Neveling
  36. Reinhard Oldenburg
  37. Guido Pinkernell 
  38. Karin Richter
  39. Jürgen Richter-Gebert
  40. Florian Schacht
  41. Heinz Schumann
  42. Michael Strobel
  43. Rose Vogel
  44. Alfred Wassermann
  45. Jens Weitendorf
  46. Klaus P. Wolff

UNTERKUNFT

Leider haben wir kein Tagungshotel, aber wir konnten für die Nächte von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag ein spezielles Hotelkontingent (insgesamt 37 Zimmer) im Hotel am Steintor (http://www.am-steintor.de) reservieren. Dort werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des AKMUI auf Wunsch untergebracht. Unser Kontingent wird ab August wieder freigegeben, so dass Sie sich bitte bis spätestens 31.7.2014 anmelden müssen.

ÖPNV

  • Hauptbahnhof -> Am Steintor: Tram 2 (Richtung Soltauer Str.), 5 (Richtung Kröllwitz) und 12 (Richtung Trotha) - alle 2-7 Minuten - Dauer: 5 Minuten
  • Hauptbahnhof -> Straßburger Weg: Tram 4 oder 5 (Richtung Kröllwitz) - alle 3-12 Minuten - Dauer: 16-20 Minuten
  • Am Steintor -> Straßburger Weg: Tram 5 (Richtung Kröllwitz) - alle 15 Minuten - Dauer: 14 Minuten
  • Straßburger Weg -> Am Steintor: Tram 5 (Richtung Ammendorf oder Merseburg, Stadtstadion) - alle 15 Minuten - Dauer: 14 Minuten
  • Straßburger Weg -> Hauptbahnhof: Tram 4 (Richtung Hauptbahnhof) oder 5 (Richtung Ammendorf oder Merseburg, Stadtstadion) - alle 7-8 Minuten - Dauer: 16-21 Minuten
  • zu allen weiteren Fahrplanauskünften

Homepage des AK

http://didaktik-der-mathematik.de/ak/mui

Sonstiges

Seite mit den Tagungsbänden und der LaTex-Vorlage

Stand: 21.08.2014

Sàrvàry