Arbeitskreis Mathematikunterricht und Informatik (AK MU&I) in der GDM

HERBSTTAGUNG 2015

Zum 33. Mal findet im Herbst die traditionelle Arbeitstagung des AK MU&I in der GDM statt, vom 2.-4. Oktober 2015 in Saarbrücken an der Universität des Saarlandes. Die Tagung dient Denjenigen (auch nicht GDM-Mitgliedern), die sich mit der Rolle der Informatik für dem Mathematikunterricht und speziell dem Einsatz des Computers im Mathematikunterricht sowie den methodischen, didaktischen, mathematischen und politischen Konsequenzen daraus befassen, als Forum, Diskussionsort und Quelle der Inspiration.

TAGUNGSTHEMA

Das Tagungsthema legen wir traditionell auf unserem Treffen auf der GDM Tagung fest. Bei der letzten Tagung hat sich

"Alternatives lernen - alternatives Lernen"

als Favorit für das nächste Tagungsthema auf den Weg gemacht und wurde in Basel beschlossen. Intendiert sind dadurch Beiträge und Diskussionen

  • einerseits über alternative Inhalte für den Mathematikunterricht vor dem Hintergrund allgemeinbildender Fragen zu Informatik und Computer und
  • andererseits über alternative Lernformen, die durch heutige und zukünftige Neue Medien und Werkzeuge möglich sind oder sein sollten. 

HAUPTVORTRÄGE

Für Hauptvorträge konnten wir Dietmar Wagener (Klett-Verlag) zu Trends und Perspektiven bei "Schulbüchern" und Andreas Pallack (Arnsberg) zu real existierenden Neuen Medien im engagierten Schulalltag gewinnen.

TAGUNGSPROGRAMM (Stand: 28.09.2015)

PDF-Datei

TEILNEHMENDE UND VORTRÄGE (Stand 01.10.2015)

  1. Norbert Christmann (Kaiserslautern)
  2. Matrin Epkenhans (Münster)
  3. Julia Gaa (Kaiserslautern)
    Blended-Learning Mathematikvorkurs
    Der Blended-Learning Mathematikvorkurs der Hochschule Kaiserslautern wiederholt und festigt das in der Schule erworbene mathematische Wissen und führt an mathematische Schreib- und Arbeitsweisen der Hochschulen heran. Dabei wird besonders auf eine allgemeinverständliche Einführung und einen sicheren Umgang mit den Konzepten geachtet. Eine exakte mathematische Einführung und Begründung wird den Grundlagenvorlesungen überlassen. In seinem aktuellen Format bietet der Kurs viel Flexibilität durch seine Onlinephase und eine optimale Unterstützung während der Präsenztage. So verbindet er Vorteile der klassischen Präsenz und des E-Learning und bereitet bestmöglich auf ein zukünftiges Studium vor.  Im Vortrag wird das Konzept erläutert und exemplarisch das entwickelte Selbstlernmaterial vorgestellt.
  4. Gilbert Greefrath (Münster) gemeinsamer Vortrag mit Stefan Siller
    Alternativen für den digitalen Werkzeugeinsatz im kompetenzorientierten Mathematikunterricht
    – Simulation und Modellierung als eine Möglichkeit

    Im Beitrag wird das Modellieren mit Computerwerkzeugen im Mathematikunterricht theoretisch, mithilfe konkreter Beispiele sowie empirisch betrachtet. Dazu wird zunächst aus theoretischer Sicht ein Blick auf unterschiedliche Beschreibungen von Modellierungsprozessen geworfen, die den Einsatz von Computern und anderen digitalen Werkzeugen integrieren. Dabei wird insbesondere der Blick auch auf die verschiedenen Werkzeuge konkretisiert. An einigen aussagekräftigen Beispielen wird dann der unterschiedliche Mehrwert von digitalen Mathematikwerkzeugen beim Modellieren und Simulieren verdeutlicht und in die theoretische Diskussion eingeordnet. Im Rahmen einer kleinen qualitativen empirischen Untersuchung wird außerdem untersucht, welche Tätigkeiten Schülerinnen und Schüler bei der Verwendung von GeoGebra beim Arbeiten an einem Modellierungsproblem tatsächlich ausführen und an welcher Stelle diese im Modellierungskreislauf zu verorten sind.
  5. Hans-Dieter Janetzko (Konstanz)
    CATO: von v.0.02 zu v.1.2.5 in mehr als 10 Jahren - Eine Evolution der Oberfläche für verschiedene CAS!
    CATO ist eine in Java geschriebene Oberfläche für verschiedene Computeralgebra-Systeme, die den beiläufigen Einsatz von CA ermöglichen soll. Der Einsatz von CA ist in Mathematikvorlesungen sinnvoll; irrelevante umfangreiche Rechnungen werden abgekürzt, Sachverhalte können durch Graphiken veranschaulicht und zusätzliche Beispiele können nebenbei entwickelt werden. Außerdem können die Studenten durch eigene Benutzung von CA einen experimentellen Zugang zur Mathematik gewinnen.
    Das geht aber alles nur dann problemlos, wenn den Studentinnen und Studenten entweder eine eigenständige "Einführung in CA" angeboten wird oder der Zugang zu dem CAS fast intuitiv ist. Der Autor hat daher eine selbsterklärende, fast intuitiv bedienbare Oberfläche geschrieben, CATO, die an verschiedene CAS angebunden werden kann. Durch den Einsatz in Vorlesungen haben sich die Anforderungen an diese Oberfläche in mehr als 10 Jahren weiterentwickelt, sie selbst hat einen quasi evolutionären Prozeß durchlaufen. Der Autor wird daher nicht nur den Einsatz von CATO in Verbindung mit ein oder zwei CA Systemen vorführen, sondern auch erläutern, wie durch das Konzept der gelegentlichen, beiläufigen Verwendbarkeit von CAS die Ansprüche an CATO stiegen.
  6. Anselm Lambert (Saarbrücken)
    Mathematikunterricht und Informatik - eine fast vergessene Perspektive
    Unser Arbeitskreis heißt "Mathematikunterricht und Infomatik" und wurde vor drei Jahrzehnten gegründet, um sich den Implikationen einer immer bedeutender werdenden Wissenschaft Informatik für den Mathematikunterricht zu widmen. Aber mit den stürmisch wachsenden Möglichkeiten informatikbasierter Neuer Medien und Werkzeuge wurden diese immer wieder (mit wenigen Ausnahmen, etwa 2005) zentrales Thema unserer Tagung - so auch dieses Jahr. Informatik spielt damit meist nur noch eine Hintergrundrolle. Medienmethodische Diskussionen bilden ihren Schwerpunkt im Vordergrund. Dabei steht durch die breite Verfügbarkeit Neuer Medien und Werkzeuge die Frage nach einer grundsätzlichen Überarbeitung des Unterrichtskanons - auch inhaltlich - von alleine im Raum, da Einiges nun sinnlos ist, Anderes dagegen jetzt Bedeutung erlangt; dies ist auch Thema unserer diesjährigen Tagung. Die Betrachtungen werden ergänzt um die Perspektive "Informatikunterricht und Mathematik".      
  7. Tobias Mai (Paderborn)
  8. Verena Metz (Saarbrücken)
  9. Jörg Meyer (Hameln)
  10. Reinhard Oldenburg (Augsburg)
  11. Andreas Pallack (Arnsberg)
    Hauptvortrag: Handy & Co im Mathematikunterricht: Chance oder Nonsens?
    Wie man lernt, seine Freizeit gestaltet, wissen teilt oder miteinander kommuniziert ... das alles wird immer stärker von digitalen Medien, vor allem Handy & Co, bestimmt. Daraus ergeben sich Chancen aber auch Risiken. Auf der einen Seite hat heute fast jede Schülerin und jeder Schüler ein kleines Labor in der Hosentasche – auf der anderen Seite gefährden Apps die direkte Kommunikation untereinander. Einerseits fördern digitale Werkzeuge das Verständnis von Zusammenhängen – andererseits besteht die Gefahr, dass elementare Kulturtechniken verkümmern. Am Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg wurden in Kooperation mit der Stadt Arnsberg sowie im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und dem Landesinstitut QUA-LIS Konzepte zur Nutzung digitaler Medien – insbesondere von Handys & Co im Fachunterricht, entwickelt. Dabei wurden die soziale und technische aber vor allem die fachliche Ebene, also das Lernen von Mathematik, berücksichtigt.
  12. Guido Pinkernell (Heidelberg)
  13. Verena Rembowsi (Saarbrücken)
  14. Matthias Römer (Saarbrücken)
    Tablets im real existierenden Mathematikunterricht in der real existierenden Schule
    Im Vortrag werden Erfahrungen mit Tablets im Mathematikunterricht einer Erweiterten Realschule geschildert, deren Ausstattung im Computerbereich wie in Schulen nicht unüblich der Entwicklung hinterherhinkt.  
  15. Florian Schacht (Dortmund)
    klicken, solven, ziehen: alternative Sprache oder sprachliche Alternative?
    Sprachprozesse bei der Arbeit mit digitalen Werkzeugen
    Sprache verändert sich, wenn wir mit (digitalen) Werkzeugen arbeiten. Das Werkzeug ermöglicht uns nicht nur neue Erfahrungs- und Handlungsräume, die die Sprache direkt beeinflussen, sondern es bietet auch sprachliche Ressourcen an, die von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Ich klicke menu-1-3, schreibt eine Schülerin, die ihren Bearbeitungsweg dokumentiert. Auf normativer Ebene sind wir – in der Forschung und im Unterricht - daher mit Fragen nach der Angemessenheit von Sprache konfrontiert. Auf deskriptiver Ebene stellt sich die Frage, inwiefern sich unsere Sprache ändert, wenn wir mit digitalen Werkzeugen arbeiten.
    Vorgestellt werden Ergebnisse einer Studie, die sprachliche Phänomene bei der Arbeit mit digitalen Werkzeugen im Spannungsfeld deskriptiver und normativer Fragen genauer untersucht. Dabei zeigt sich etwa, wie groß die sprachliche Vielfalt zwischen Fachsprache und einer eher werkzeugbezogenen Sprache bei der Arbeit mit digitalen Werkzeugen ist. Diese Ergebnisse werden genutzt, um sprachliche Prozesse von einer eher werkzeugbezogenen Sprache hin zur Nutzung von Fachsprache im Detail genauer zu verstehen.
  16. Stefan Siller (Koblenz-Landau) gemeinsamer Vortrag mit Gilbert Greefrath
  17. Bodo von Pape (Oldenburg)
    Jenseits von Euklid
    „Das sog. Delische Problem fragt nach der Möglichkeit, nur mit Hilfe von Zirkel und Lineal die Seite eines Würfels zu kon­stru­ie­ren, dessen Volumen doppelt so groß ist wie dasjenige eines gegebenen Würfels. Man weiß heu­te, dass dies ebensowenig möglich ist wie die konstruktive Trisektion.“ So lautet ein einschlägiges Fazit zur Mathematik der Antike.
    Dem steht ge­gen­über die Tatsache, dass allein zur Würfelverdopplung ein Dut­zend Lösungen aus der Antike überliefert ist.
    Damit drängt sich eine Reihe von Fragen unmittelbar auf:
    -      Woher kommt die Vorgabe „mit Zirkel und Lineal“, die uns für die Geometrie der Antike konstitutiv erscheint? Insbesondere:
           Welche Rolle spielt dabei Platon?
    -      Welcher Art sind die Lösungen, die als solche aus der Antike überliefert sind?
    -      Wie steht es um das weitere Schicksal und die Wirkungsgeschichte dieser Ansätze?
    Im Vordergrund steht eine Klassifizierung der Lösungen:
    Bei den Lösungen mit Neusislineal und Doppelgnomon („Plato’s machine“) beschränkt man sich auf das Operieren mit Kreisen und Geraden. Parallel dazu kamen Konchoiden, die Kis­so­ide und die Kegelschnitte ins Spiel. Bisher nicht hinreichend gewürdigt ist ein ano­ny­mes Ver­fahren, das gesehen werden kann als “an attempt to establish a determinate series of dis­crete positions converging on the limit G.” (Knorr)
    Der Geschichte dieser Verfahren – insbesondere der facettenreichen Neusis – wird nach­ge­gan­gen über Vieta (1593) und die Tomahawk-Geometrie des 19. Jahr­hun­derts bis in die Ge­gen­wart. (Huzita-Axiome der Faltgeometrie, 1989)
  18. Dietmar Wagener (Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart)
    Hauptvortrag: Entwicklungen und Perspektiven von e-Schulbüchern
    Der Referent gibt einen Überblick über die derzeit im Klett-Verlag zur Anwendung kommenden Systeme zur gleichzeitigen digitalen und papierbezogenen Nutzung von Lernmitteln (Digitales Schulbuch, Digitaler Unterrichtsassistent für Lehrerinnen und Lehrer für Unterricht und Vorbereitung; Diagnosesystem zur Lernstandsermittlung von Schülerinnen und Schülern, Arbeitshefte (auch mit Software-Unterstützung). Gleichzeitig gibt er einen Ausblick auf kommende Entwicklungen, immer im Fokus das Fach Mathematik.
  19. Hans-Georg Weigand (Würzburg)
  20. Klaus-Peter Wolff (Wörth)
  21. Jens Weitendorf (Norderstedt)
    Veränderungen des Curriculums - Diskussionsanstöße
    Abstract folgt

ORGANISATORISCHES (Stand: 24.06.2015)

Die Tagung findet statt in den Räumen der FR 6.1. Mathematik der Universität des Saarlandes Gebäude E24 bzw. E25 auf dem Campus Saarbrücken. Die Unterbringung erfolgt in den Unterkünften (externer Link) der Landessportschule (Anfahrt), die auf der anderen Seite des Campus gelegen, fußläufig 15 min entfernt ist. Dort können Sie freitags ab 12 Uhr an der Rezeption - in dem Gebäude mit der großen Treppe in dem auch die Sportlermensa ist, auf der rechten Straßenseite oberhalb des Parkplatzes - einchecken. Dort erhalten Sie auch von der örtlichen Tagungsleitung die Tagungsunterlagen einschließlich Campusplan.

Das Tagungsprogramm beginnt freitags um 13:30 Uhr. Mittagessen gibt es davor für dafür angemeldete Teilnehmende. Das Tagungsprogramm endet sonntags um 12 Uhr. Danach gibt es Mittagessen für dafür angemeldete Teilnehmende.

Am Freitagabend findet ein gemütliches Zusammensein mit französischem Wein, Bier und Knabbereien an der Uni statt (in der Tagungsgebühr eingeschlossen); am Samstagabend können wir gemeinsam französisch essen gehen im Gasthaus Zum Adler - dem ältesten original erhaltenen Gasthaus in Alt-Saarbrücken - in der Nähe der Ludwigskirche (nicht in der Tagungsgebühr eingeschlossen).

Die Anmeldung erfolgt über Mail an Karin Mißler ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ) vorbehaltlich freier Übernachtungsplätze.
Die Tagungsgebühr beträgt 195 €. Bitte überweisen Sie den Betrag auf nachfolgend aufgeführtes Konto:

Anselm Lambert
Bank 1 Saar eG
BLZ 591 900 00
Kto.-Nr. 187 895 014

Die Tagungsleitung haben Anselm Lambert (Universität des Saarlandes) und Guido Pinkernell (PH Heidelberg).