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Symposium 29. November 2019

Perspektiven der Digitalisierung für den Mathematikunterricht in der Primarstufe

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die an möglichen Perspektiven der Digitalisierung für den Mathematikunterricht in der Primarstufe interesseirt sind. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung

Lehrkräfte im saarlandischen Schuldienst melden sich bitte beim LPM an unter der Veranstaltungsnummer A5.152-2290. Alle sonstigen Teilnehmenden bitte unter Angabe von Namen und Dienstort per Mail bei Karin Mißler: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Zeitplan

09:00-09.15
Begrüßungskaffee
09:15-09:20
Eröffnung
09:20-10:00
Prof. Dr. Tobias Huhmann (PH Weingarten)
10:05-10:45
Dr. Daniel Walter (Universität Münster)
10:45-11:05
Kaffee
11:05-11:45
Prof.in Dr. Karina Höveler (Universität Münster)
11:50-12:30

Dr. Daniel Frischemeier (Universität Paderborn)

12:30-13:30

Mittagsimbiss
13:30-14:10
Prof.in Dr. Melanie Platz (PH Tirol)
14:15-14:55
Prof.in Dr. Susanne Schnell (Goethe Universität Frankfurt am Main)
14:55-15:15
Kaffee
15:15-15:55
Prof. Dr. Marcus Schütte (Leibniz Universität Hannover) & Peter Ludes-Adamy (Leibniz Universität Hannover)
15:55-16:00
Verabschiedung

Vorträge - Vortragende in alphabetischer Reihenfolge

  • Dr. Daniel Frischemeier (Universität Paderborn)
    Förderung stochastischer Kompetenzen im Mathematikunterricht der Primarstufe mit der Software TinkerPlots
    Bereits im Mathematikunterricht der Primarstufe können Schülerinnen und Schüler erste Datenoperationen wie Trennen und Strukturieren auf verschiedenen Repräsentationsebenen erleben. Dabei erlaubt der Umgang mit Datenkarten eigenständig Entdeckungen im Universum der Daten zu machen und neue Darstellungen zu erfinden. Die Lernsoftware TinkerPlots baut auf die Arbeit mit Datenkarten auf und ermöglicht die Exploration umfangreicher Datensätze nach selbstgewählten Fragestellungen. Für den Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung hält die Software TinkerPlots eine sogenannte Zufallsmaschine zur Simulation einstufiger (und mehrstufiger) Zufallsexperimente bereit, um u.a. über den qualitativen Vergleich von Eintrittswahrscheinlich-
    keiten bestimmter Ereignisse hinausgehen zu können. In diesem Vortrag werden Erfahrungen aus Unterrichtsprojekten berichtet und Aktivitäten vorgestellt, wie erste stochastische Kompetenzen in der Primarstufe unter Nutzung von TinkerPlots gefördert werden können.

  • Prof.in Dr. Karina Höveler (Universität Münster)
    Digitalisierung in der Grundschule: Echte fachdidaktische Potentiale und Innovationen statt digitaler bunter Hunde! Überlegungen und Perspektiven aus mathematikdidaktischer Sicht
    Ein Blick in App-Stores zeigt, dass sich bislang, neben wenigen ausgewählten fachdidaktisch gehaltvollen Angeboten, viele als „digitale bunte Hunde“ entpuppen, die das fachliche Lernen nicht unterstützen.
    Daraus ergeben sich vielfältige Fragen, u.a. die folgenden: Warum werden fachdidaktische Potentiale bei App-Entwicklungen häufig nicht genutzt? Was ist zu tun, damit vermehrt Angebote entwickelt werden, die fachliches Lernen unterstützen? Was ist zu tun, damit in Schulen insbesondere letztgenannte Materialien eingesetzt werden?
    Im Vortrag werden ausgehend von aktuellen besonderen Herausforderungen und Hürden beim Lernen im inklusiven Mathematikunterricht, Potentiale eines digital unterstützten Mathematikunterrichts dargestellt und exemplarisch Einblicke in aktuelle Entwicklungsforschungsprojekte gegeben, die diesen Herausforderungen begegnen und das fachliche Lernen unterstützen. Darüber hinaus werden mögliche Perspektiven, notwendige Rahmenbedingungen und Maßnahmen diskutiert, um das fachliche Lernen zu unterstützen und innovative digital unterstützte Angebote und Ansätze in den Unterricht zu implementieren.
  • Prof. Dr. Tobias Huhmann (PH Weingarten)
    Digitalisierung im Mathematikunterricht der Grundschule – Quo vadis?

    Was digitale Bildung in der Grundschule ausmacht, welchen besonderen Beitrag und welche Potentiale digitalen Medien in Bildungsprozessen in der Grundschule zukommen können, ist seit nahezu 30 Jahren wenig geklärt. Auch in den aktuellen Gewändern des Digitalen bleiben die alten Fragen:Warum sollen Kinder in der Grundschule überhaupt digital unterstützt Mathematik lernen?
    Welche Potentiale können digital unterstützte Lernumgebungen im Vergleich und im Zusammenhang mit analogen Lernumgebungen beinhalten.
    Wie können digitale Lerngegenstände sinnvoll im Unterricht implementiert und integriert werden?
    Diesen Fragen wird im Vortrag mit der Grundhaltung Wertschätzung und Bewahrung des Lernens mit analogen Lerngegenständen konstruktiv-kritisch nachgegangen.

  • Prof.in Dr. Melanie Platz (PH Tirol)
    Können Kinder beim präformalen Beweisen in der Primarstufe durch digitale Medien unterstützt werden?
    „Ein Lernen ohne Brüche [ist] nur möglich […], wenn der Mathematikunterricht vom Kindergarten bis zum Abitur als zusammenhängendes Ganzes gesehen wird und wenn er stufenübergreifend auf einem authentischen Bild von der Mathematik als ‚Wissenschaft der Muster‘ fußt“, (Wittmann, 2014, S.213). Übertragen auf das mathematische Beweisen bedeutet das, dass dieses bereits (spätestens) in der Primarstufe thematisiert werden sollte, sodass es sich für Lernende in weiterführenden Schulen oder der Universität nicht fremdartig anfühlt, sondern wie eine natürliche Erweiterung ihrer früheren mathematischen Erfahrungen. Doch wie kann das umgesetzt werden? Nach Freudenthal (1979) wird das Beweisen nicht gelehrt, sondern durch Selbsttätigkeit an geeignetem Material gelernt. Könnten digitale Medien ein solches „geeignetes Material“ darstellen, um Kinder bei Beweistätigkeiten zu unterstützen? Falls ja - wie müssten diese gestaltet sein, um didaktisch sinnvoll eingesetzt werden zu können?

  • Prof.in Dr. Susanne Schnell (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
    Digitales Experimentieren und Auswerten von Daten in der Stochastik der Grundschule
    Die Digitalisierung des Mathematikunterrichts bietet für die Förderung präformaler Konzepte zur Stochastik große Chancen. So können bei der Untersuchung von Daten beispielsweise aus Experimenten mit Zufallsgeräten fundamentale Einsichten gewonnen werden wie die Identifizierbarkeit von Regelmäßigkeiten und die zunehmende ungefähre Stabilität dieser in Relation zum Stichprobenumfang. Weiterhin wird das Konzept der Häufigkeitsverteilung fundiert. Um solche Ideen erfahrbar zu machen, ist eine Software notwendig, die zeiteffizient und für junge Lernende zugänglich ist sowie unterschiedliche, dynamische Darstellungen anbietet.
    Programme wie TinkerPlots ermöglichen es Schüler*innen, stochastische Phänomene zu explorieren und Erfahrungen zu sammeln. Von zentraler Bedeutung ist dabei jedoch, auch individuelle Nutzungsweisen der Software zuzulassen und Lehrkräfte für eine adäquate Begleitung der Erkundungsprozesse zu sensibilisieren. Ansätze dazu werden im Vortrag vorgestellt.

  • Prof. Dr. Marcus Schütte & Peter Ludes-Adamy (Leibniz Universität Hannover)
    Mathematik-Informatik-Lernumgebung in der Grundschule
    Die Digitalisierung jeglicher gesellschaftlicher Lebensbereiche schreitet mit großen Schritten voran, wodurch Fähigkeiten im
    fachbezogenen und verständnisbasierten Umgang mit digitalen Medien in der heutigen Gesellschaft unumgänglich geworden sind und auch in Zukunft immer bedeutsamer sein werden. Hierdurch rückt immer wieder die Schule in das Zentrum der Diskussion, soll diese gerade Kinder und Jugendliche auf die Anforderungen einer sich digital stetig verändernden Welt vorbereiten.
    Im Primarbereich existiert bisher kein Fach Informatik, nichtsdestotrotz wird von der GI gefordert, dass auch im Primarbereich ein grundlegender Zugang zum Umgang mit digitalen Medien gelegt und informatorische Grundkompetenzen von Lernenden in der Grundschule aufgebaut werden.
    Diese Aufgabe muss vorerst über die bestehenden Fächer realisiert werden.
    Gerade der Mathematikunterricht bietet sich hier als stark verwandtes Fach an, um nicht nur mit digitalen Medien zu arbeiten, sondern auch die den digitalen Medien zugrundeliegenden Strukturen zu erkennen. Um beispielsweise erste Zugänge zum Programmieren in der Grundschule als informatische Kompetenz aufzubauen, bietet sich der Calliope mini an. Im Vortrag sollen zum einen erste Schritte mit dem Calliope mini im Mathematikunterricht vorgestellt werden und zum anderen ein Einblick in
    weitere Lernumgebungen zu mathematisch-informatischen Inhalten gegeben werden.

  • Dr. Daniel Walter (Universität Münster)
    Stellenwertverständnis festigen - Entwicklung und Erforschung einer Übungssoftware zum Darstellungswechsel mehrstelliger Zahlen
    Ein tragfähiges Stellenwertverständnis zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass flexibel zwischen Zahlwort, Zahlsymbol und einer jeweiligen Menge übersetzt werden kann. Mathematikdidaktische Forschung belegt, dass nicht alle Kinder ein Stellenwertverständnis im Verlauf ihrer Schulzeit entwickeln können (vgl. z. B. Moser Opitz, 2007; Ross, 1989). Im Vortrag wird der aktuelle Stand über die Entwicklung und Erforschung einer Übungssoftware vorgestellt, die sich das Ziel gesetzt hat, obige Übersetzungsprozesse zu unterstützen.


Stand: 05.11.2019